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Reinigungsmittel machen Ölteppiche gefährlicher

18.03.2009
Verteilung im Wasser verschafft Ölpartikeln Eintritt ins Gewebe

Chemikalien, die nach Tankerunglücken das Wasser von ausgelaufenem Öl reinigen sollen, sind gefährlicher für oberflächennahe Tiere als das Öl selbst.

Das haben Forscher der Queen's University gezeigt, als sie im Labor die Auswirkung bestimmter Konzentrationen von Öl und Reinigungsmitteln auf Regenbogenforellen untersuchten. "Die heute verwendeten Reinigungsmittel sind vielleicht langfristig die beste Form der Behandlung von Ölteppichen, da das ausgetretene Öl verdünnt und abgebaut wird. Kurzfristig erhöhen sie jedoch die Giftigkeit und das Maß der Aufnahme ins Gewebe von Forellen um das Hundertfache", so Studienleiter Peter Hodson.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Environmental Toxicology and Chemistry veröffentlicht.

Chemikalien, die bei Reinigungsmitteln eingesetzt werden, senken die Oberflächenspannung, zerlegen dadurch das Öl in feinsten Tröpfchen und vermischen es mit Wasser. Das erhöht die Übertragung von Kohlenwasserstoffen aus dem Öl ins Wasser, von wo aus sie viel leichter in das Gewebe der Fische eindringen können. Besonders in den frühen Lebensphasen der Tiere stellt dieser Prozess eine Bedrohung dar. Wird Öl mit Reinigungsmitteln vermischt, beeinträchtigt es schon in einer Konzentration von zehn Milligramm pro Liter Wasser das Embryonenwachstum bei Regenbogenforellen. Konzentration ab 100 Milligramm erwiesen sich bei den meisten Versuchen als tödlich. "Das könnte die Existenz ganzer Fischpopulationen ernsthaft gefährden und auch der Fischerei schaden", betont Hodson.

Chemische Reinigungsmittel werden im Süßwasser kaum angewandt. Hier könnten jedoch natürliche Vorgänge bei Ölverschmutzungen denselben gefährlichen Verteilungseffekt übernehmen. "Es macht keinen Unterschied, ob das Öl von Chemikalien oder von der Strömung verteilt werden", so der kanadische Biologe. Als nächsten Schritt wollen die Forscher Risikoabschätzungen eines Ölteppichs für Fische und für die Fischerei erarbeiten, die auf den Ort des Ölteppichs sowie auf die Laich- und Entwicklungszeit der Fische Rücksicht nimmt.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.queensu.ca

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