Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Regeneration von Nervenzellen bei Multipler Sklerose auf der Spur

20.01.2010
Das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig unterstützt eine klinische Studie, die die Regeneration geschädigter Myelinscheiden bei Patienten mit Multipler Sklerose zum Ziel hat.

Multiple Sklerose (MS) ist heimtückisch. Die Betroffenen, häufig sind es junge Erwachsene, leiden in der Regel unter schubweise auftretenden neurologischen Symptomen, wie verminderter Sehschärfe oder motorischen Störungen. Ursache dafür ist eine Entzündung, die zur Schädigung der Myelinscheiden führt, einer schützenden Ummantelung der Nervenzellfortsätze in Gehirn und Rückenmark.

Die momentan üblichen Medikamente zügeln die Entzündung und helfen Patientinnen und Patienten, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern. Doch ein wirksames Mittel für die Regeneration der defekten Myelinscheiden gibt es bislang nicht.

Oberarzt PD Dr. Florian Then Bergh und seine Kollegin Barbara Ettrich führen, unterstützt durch das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig, eine Studie durch, die genau dieses regenerative Therapieziel verfolgt.

An der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig AöR erforscht das engagierte Team, ob das bereits als Arzneimittel zugelassene rekombinante Wachstumshormon die Regeneration des Myelin positiv beeinflusst. Untersuchungen in Laboren und in präklinischen Experimenten haben diese Wirkung mehrfach angezeigt. "Die gängige Behandlung der Multiplen Sklerose um diesen regenerativen Aspekt zu ergänzen, könnte für Betroffene die Aussicht auf Besserung bedeuten, während wir jetzt bestenfalls die weitere Verschlechterung verhindern können", beschreibt PD Dr. Florian Then Bergh.

Im Rahmen der aktuellen Studie werden 30 Patientinnen und Patienten zwischen 18 und 55 Jahren nach intensiven Voruntersuchungen sechs Monate lang mit Wachstumshormon behandelt. Die Wirkungen des Medikamentes werden bis drei Monate nach der Behandlung mit aufwendigen Untersuchungen, wie MRT und speziellen Tests am Auge, analysiert. "Wir wägen sehr genau ab, welche Patientinnen und Patienten für unsere Studie in Frage kommen; da hilft es uns, dass die wesentlichen Nebenwirkungen des Medikamentes bereits bekannt sind", erläutert Barbara Ettrich. Vor Beginn der Therapie werden die Patienten drei Monate gründlich untersucht, um zum Beispiel Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen auszuschließen. Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Auswahl der Patienten ist ihr Gesundheitszustand. Dieser muss unter der üblichen, kontinuierlichen MS-Medikation stabil sein.

Sind die Ergebnisse der laufenden Studie positiv, werden sich weitere Untersuchungen mit einem größeren Patientenkreis anschließen. "Wenn alles gut läuft, könnten wir die Behandlung der Multiplen Sklerose um diesen regenerativen Behandlungsansatz ergänzen", hofft PD Dr. Florian Then Bergh.

Manuela Lißina-Krause | idw
Weitere Informationen:
http://www.trm.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten