Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reformen der Viehbewirtschaftung können enorm zum Klimaschutz beitragen

26.02.2014

Der Ausstoß von Treibhausgasen von Landnutzungsänderung kann bis zum Jahr 2030 um 23 Prozent gesenkt werden, wenn Viehhalter weltweit ihre Tiere künftig auch mit Getreide zufüttern anstatt sie ausschließlich weiden zu lassen.

Dieser Effekt entsteht ohne zusätzliche Klimapolitik und geht vor allem auf die verminderte Landnutzung durch das neue, produktivere System zurück. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA), die im US-Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht worden ist.

Die neue Studie zeigt, dass die steigenden Kosten für Land und der anhaltende Ertragsanstieg bei den Feldfrüchten in Zukunft zu einer reichhaltigeren Ernährung der Tiere führen. Kühe, Schafe und Ziegen wachsen schneller und geben mehr Milch, wenn sie mit energiereichem Futter aus Getreide zugefüttert werden. Somit entsteht nicht nur weniger Treibhausgasausstoß, sondern auch die Profite der Bauern und die Nahrungsmittelproduktion können steigen.

Erstautor Petr Havlík erklärt: „Mit Blick auf die Viehhaltung ist eine Einschränkung der Landnutzungsänderung die günstigste Option – sowohl aufgrund der wirtschaftlichen Kosten als auch was den Einfluss auf die Verfügbarkeit von Essen betrifft.” Co-Autorin Sabine Fuss, Leiterin der Arbeitsgruppe Ressourcen und Internationaler Handel am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin fügt hinzu: „Eine effizientere Viehhaltung könnte zu einem der Schlüssel beim Klimaschutz werden. Sie leistet einen größeren Beitrag zur Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen als ein verminderter Fleischkonsum. Ernährungssicherheit und Klimaschutz schließen sich hier nicht aus, sondern gehen Hand in Hand.“

Laut den Forschern spielt dabei jedoch die Politik eine wichtige Rolle. „Nur wenn die Politik für entsprechende Aufklärung unter den Farmern sorgt und ihnen einen besseren Zugang zu den Märkten verschafft, ist der Umbruch in der Landwirtschaft möglich“, sagt Fuss. Zudem seien Sicherheitsvorkehrungen nötig, damit diese intensivierte Form der Landwirtschaft nicht zu anderen Umweltschäden führt oder den Tierschutz beeinträchtigt.

Die Viehwirtschaft ist weltweit für 12 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Hintergrund ist vor allem die damit verbundene Flächennutzung wie etwa die Entwaldung zum Ausbau der Weideflächen, die Düngestreuung sowie der Methan-Ausstoß der Tiere.

Weltweit wird der Fleischproduktion derzeit immer mehr Raum bereitgestellt, der somit nicht mehr der Agrarproduktion von Feldfrüchten zur Verfügung steht. Denn vor allem in asiatischen Ländern wie China und Indien wird der Hunger auf Fleisch immer größer: Weltweit werden die Menschen laut anderen Forschungen bis zum Jahr 2050 doppelt so viel Fleisch wie heute verzehren.

Weitere Informationen:

http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1308044111

Der Originalartikel im Fachmagazin PNAS

Fabian Löhe | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie