Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rechtes Ohr hört besser zu

25.06.2009
Beobachtung von Diskobesuchern zeigt seitenspezifische Wahrnehmung

Wenn Menschen zuhören, tun sie das lieber mit dem rechten als mit dem linken Ohr und erfüllen auch Bitten eher, wenn sie von dieser Seite angesprochen werden.

Das berichten die Psychologen Luca Tommasi und Daniele Marzoli von der italienischen Universität "Gabriele d'Annunzio" im Onlinejournal "Naturwissenschaften". In Alltagssituationen konnten sie erstmals bestätigen, was zuvor bloß im Labor erforscht worden war: Das rechte Ohr versteht gesprochene Sprache besser als das linke.

Um die These zu überprüfen, begaben sich die Forscher in eine Diskothek. "Hier zwingt einen der hohe Geräuschpegel dazu, dem Redner ein Ohr zuzuwenden, sonst versteht man nichts", erklärt Studienleiter Tommasi im pressetext-Interview. Zunächst beobachtete sein Team die Unterhaltungen von 300 Personen, in einem zweiten Durchgang sprach es dann knapp 200 Menschen selbst an, wobei sie den Zuhörern stets selbst überließen, in welche Richtung sie sich umdrehen wollten. Die überwiegende Mehrheit - drei von vier Zuhörer - hielt das rechte Ohr hin, während das linke kaum zum Einsatz kam.

Noch einen Schritt weiter gingen die Forscher, als sie gleich bei der ersten Ansprache ein bestimmtes Zuhörerohr adressierten. Der Bitte um eine Zigarette kamen die Menschen deutlich öfter nach, denen man eine Anfrage von der rechten Seite gestellt hatte.

"Dieses Phänomen beruht nicht auf unterschiedlicher Funktionsweise der Ohren, sondern auf der geänderten Verarbeitung im Gehirn", so Tommasi. Der durch das rechte Ohr eindringende Schall wird von der linken Gehirnhälfte verarbeitet, in der das Sprachverständnis oder auch die Kontaktaufnahme angesiedelt ist. Das verleihe dem rechten Ohr wichtige Vorteile. Für das linke Ohr ist hingegen die rechte Gehirnhälfte verantwortlich. "Es liegt nahe, dass das linke Ohr feindliche oder negative Geräusche stärker wahrnimmt oder auch Emotionen, die mit Angst oder Rückzug verknüpft sind."

Neu sind die Grundlagen dieser Forschung nicht, wohl aber die Durchführung. "Erstmals haben wir geschafft, die Bedeutung des rechten Ohrs in einer natürlicheren Situation zu zeigen als dies die Laborsituation erlaubt", betont Tommasi. Außergewöhnlich sei dabei der Forschungszugang. "Üblicherweise werden für ähnliche Erhebungen bildgebende Methoden wie die Magnetresonanz-Tomografie angewandt, die freilich hervorragende Ergebnisse über die Gehirnaktivität liefern, jedoch auch einen sehr hohen finanziellen Aufwand bedeuten.

Unsere Studie, die es schaffte, erstmals überhaupt die Auswirkungen der Gehirntätigkeit im Alltag zu überprüfen, wurde von Studenten durchgeführt und verursachte überhaupt keine Kosten." Ein Forschungsschwenk hin zur Untersuchung natürlicher Situationen sei durchaus geeignet, um neue Ergebnisse liefern, schließt der italienische Psychologe.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unich.it/itab

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau