Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radfahrer-Freundlichkeit kommt Betrieben zugute

22.05.2009
Weniger Krankenstand und bessere Arbeitsleistung durch Radpendeln

Arbeitgeber profitieren davon, wenn Angestellte ihren täglichen Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurücklegen. Sie müssen jedoch Voraussetzungen schaffen, damit der Umstieg auf den Drahtesel auch tatsächlich erfolgt.

Zu diesem Schluss kommen Kinesiologen der Kansas State University. Sie erhoben unter 800 Studenten und Angestellten ihrer Universität sowie 400 Bewohner Manhattans Gründe, die den täglichen Radweg fördern oder verhindern. Gelingt es den Arbeitgebern, ein Fußgeher- und Radfahrer-freundliches Arbeitsklima zu schaffen, würden demnach mehr Menschen auf das Auto verzichten.

Das steigere Wohlbefinden, Gesundheit und Produktivität der Angestellten, senke die Krankenstandstage und komme daher auch den Betrieben wirtschaftlich zugute. "Es liegt im besten Interesse der Arbeitgeber, eine gesunde Lebensführung ihrer Mitarbeiter zu unterstützen", so Studienleiterin Pam Wittman im pressetext-Interview.

"Radfahren erfüllt mehrere Zwecke gleichzeitig und ist somit besonders für vielbeschäftigte Menschen attraktiv", so die US-Kinesiologin. Der größte Vorteil des Radpendelns sei die Eingliederung körperlicher Aktivität in die Tagesroutine. Mit einer Viertelstunde Hin- und Rückweg auf dem Rad erfülle man bereits die Gesundheitsempfehlungen für Erwachsene und erspare sich den Besuch im Fitness-Center. "Die Vorteile für den Körper sind groß, denn diese regelmäßigen kurzen Sporteinheiten senken Ruhepuls, Blutdruck und Cholesterin, steigern durch höhere Muskelkraft auch während des Tages die Kalorienverbrennung, fördern den Stoffwechsel und reduzieren Stress. Sogar das Gehirn arbeitet durch den besseren Kreislauf besser." Weitere Vorteile seien die Umweltverträglichkeit sowie die stärkere Orientierung der Radfahrer nach Gemeinschaftsinteressen.

Um Radfahrer-freundlich zu sein, müsse ein Betrieb bestimmte Grundlagen schaffen. "Das wichtigste ist die Abstellmöglichkeit nahe der Arbeitsstelle, die vor Diebstahl schützt. Zweitens bedarf es einer Möglichkeit zur Aufbewahrung der Kleidung oder anderer Objekte, etwa ein Schließfach", so Wittman. Die größte Hürde für den Anfahrtsweg per Rad sei für viele die Angst vor eigenem Körpergeruch, Schweiß oder unprofessioneller Erscheinung, weshalb ein kleines Badezimmer mit Duschmöglichkeit sowie Handtüchern, Fön und Styling-Produkten besonders lobenswert sei. "Körpergeruch kann jedoch bereits durch Kleidungswechsel nach dem Radfahren vermieden werden und durch Feuchttücher zur Reinigung von Gesicht, Achseln und Füßen", empfiehlt Wittman.

Anreize zum Radfahren könnten auch finanzieller Natur sein, wie die USA mit der im Herbst 2008 geschaffene Prämie für Radpendler zeigt. Diese ermöglichte es großen Arbeitgebern, ihren Mitarbeitern Steuererleichterungen über 20 Dollar jedes Monatsverdienstes zu gewähren, wenn sie zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kamen. "Wenn dieser Vorteil auch sehr klein ist, stärkt es doch die Anfahrt per Rad", so Wittman.

In ihrer Studie konnten die Forscher nachweisen, dass Zeitvorgaben das wichtigste Kritierium für Menschen sind, um zu Fuß zu gehen oder mit Rad zu fahren. "Die meisten tun dies, wenn die Fahr- oder Gehzeit nicht mehr als 20 Minuten beträgt. Bis zu eineinhalb Kilometer gehen Menschen gerne zu Fuß, bis zu fünf Kilometer fahren sie gerne Rad", so Wittman. Innerhalb der fünf-Kilometer-Distanz sei das Fahrrad im städtischen Bereich schneller als das Auto, bei zehn Kilometern ginge der Zeitvergleich laut einer New Yorker Studie noch immer unentschieden aus. Die Entscheidung zwischen Fuß oder Rad falle hingegen bei kurzen Strecken meist nach dem Kriterium, wie lange der Weg empfunden wird und wie viel Zeit man sich dabei lassen will. Der Gesundheitsgedanke und fehlende Autoparkplätze schaffen Motivation für das Radpendeln, Hürden bedeuten erwartungsgemäß Kälte, Hitze und Regenschauer sowie Termine nach Arbeitsende an anderen Orten der Stadt.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.k-state.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie