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"School is out?!" – Erfahrungen von Kindern aus Regenbogenfamilien in der Schule

10.02.2012
Das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin hat die Ergebnisse der internationalen Studie School is out?! - Erfahrungen von Kindern aus Regenbogenfamilien in der Schule und aus dieser entwickelte Unterrichtsmaterialen veröffentlicht.

Die vergleichende Studie – durchgeführt in Deutschland, Schweden und Slowenien –hat sich mit der Frage befasst, ob Kinder, die mit Eltern aufwachsen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell und trans (LGBT) identifizieren, Diskriminierungen in der Schule erleben und welche Strategien sie im Umgang damit entwickeln.

Die Ergebnisse der Interviews mit Kindern und Eltern zeigen auf Deutschland bezogen, dass – wie bereits frühere Forschungen belegen (vgl. Rupp 2009) – die Kinder in der Regel gut integriert sind und selten direkte Formen von Gewalt erleben. Sie berichten allerdings, dass sie erleben bzw. befürchten, dass ihre Familienform von anderen – Gleichaltrigen wie auch Pädagoginnen und Pädagogen – als Abweichung von einer Hetero-Normalität gesehen und tendenziell eher negativ bewertet wird.

"Um diese Form der De-Normalisierung zu umgehen, versuchen viele Kinder, sich und ihre Familien als so normal wie möglich darzustellen bzw. sie wählen, um sich selbst zu schützen, die Strategie des Nicht-Veröffentlichens. Andere entscheiden sich für eine offensivere Strategie und erzählen selbstbewusst und stolz in ihrem schulischen Umfeld von ihrer Familie. Ein Effekt davon ist, dass auf diese Weise auch das Besondere und Andere dieser Familienform in den Alltagsdiskurs in der Schule eingeht", sagt Uli Streib-Brziè, Mitautorin der Studie.

Die Studie resümiert, dass genau dies in allen drei Ländern viel zu wenig passiert. Stattdessen werden immer noch viele Vorurteile gegenüber LGBT-Eltern reproduziert und auch Pädagoginnen und Pädagogen fehlt es häufig an Wissen und Offenheit für das Thema. Insgesamt wird die Vielfalt an Familienformen in der Schule kaum vermittelt, Regenbogenfamilien bleiben sowohl in Unterrichtsmaterialien als auch im Unterrichtsgespräch unerwähnt.

Initiiert wurde die Forschung vom Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt-Universität unter der Leitung von den Soziologinnen Uli Streib-Brziè und Christiane Quadflieg. Beteiligt waren als Partnerinstitutionen die Universität Ljubljana/Slowenien (Fakultät für Soziale Arbeit) und das Zentrum für Gender Studies der Universität Lund. Das Forschungsprojekt wurde mit der Förderung des EU Programms Daphne III realisiert.

Pädagogisches Material, das von den drei Universitäten auf der Basis der Studienergebnisse entwickelt wurde, enthält Vorschläge, wie das Thema Regenbogenfamilien besprochen werden kann.

Die Studie und die pädagogischen Materialien sowie eine Dokumentation der Internationalen Konferenz stehen unter:
http://www.gender.hu-berlin.de/rainbowchildren/downloads
(Auf Anfrage sind auch Printversionen erhältlich).

Bei Rückfragen sowie Interviewanfragen stehen Ihnen zur Verfügung:
Uli Streib-Brziè
E-Mail: uli.streibbrzic@gender.hu-berlin.de

Christiane Quadflieg
E-Mail: christiane.quadflieg@gender.hu-berlin.de

WEITERE INFORMATIONEN

Uli Streib-Brziè
Humboldt-Universität zu Berlin
Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Tel. 030 2093-46200
E-Mail: uli.streibbrzic@gender.hu-berlin.de

Constanze Haase | idw
Weitere Informationen:
http://www.gender.hu-berlin.de
http://www.gender.hu-berlin.de/rainbowchildren/downloads

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