Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Harte Kerle": Machos sind sozialer als gedacht

11.06.2012
Besonders maskuline Männer opfern sich als erstes für die Gruppe

Machos gelten oft als unkooperativ, gefühlskalt, aggressiv oder sogar unehrlich. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung der University St. Andrews in Schottland beweist nun genau das Gegenteil.

Demnach haben Männer mit ausgesprochen maskulinem Erscheinungsbild wie einem breiten Kinn eine weitaus sozialere Ader als bislang angenommen und sind in Gefahrensituation die Ersten, wenn es darum geht, sich selbst zum Wohle der Gruppe zu opfern. Dies gilt allerdings nur, wenn sie sich im Wettstreit mit anderen befinden.

Gute Beschützer
"Dominant aussehende Männer - typischerweise charakterisiert durch breite Gesichter - werden oft als knochenharte Kerle dargestellt. Wir haben uns aber gefragt, ob sich das Verhältnis zwischen Gesichtsbreite und Persönlichkeit wirklich derart einfach beschreiben lässt", erklären die beiden Studienleiter Michael Stirrat und David Perrett. Das Ergebnis ihrer Forschung: "Besonders maskulin wirkende Männer können zwar in manchen Situationen ein eher anti-soziales Verhalten wie physische Aggression an den Tag legen. Wenn es darum geht, die eigene Gruppe zu schützen, sind sie aber als erstes bereit, sich zu opfern", so die Autoren.
Testosteron als Faktor
"Diese Studienresultate passen doch sehr gut ins Bild", meint der Sexualmediziner Georg Pfau http://www.sexualmedizin-linz.at im pressetext-Interview. Ausschlaggebender Faktor in diesem Zusammenhang sei der Testosteronwert. "Je höher der Testosteronspiegel eines Mannes ist, desto deutlicher ausgeprägt sind maskuline Verhaltensmuster, zu denen auch physische Aggressivität oder eine besondere Extrovertiertheit zählen. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Betroffene aktiv auf Probleme zugeht und dabei auch nicht vor eine Auseinandersetzung zurückscheut. Hierzu gehört auch die Verteidigung der eigenen Gruppe", führt Pfau aus.

Dem Experten zufolge ist es in diesem Kontext allerdings notwendig, genauer auf den Aspekt der Gewaltbereitschaft einzugehen. "Man kann zwar allgemein sagen, dass Testosteron die Gewaltbereitschaft fördert. Es gibt hier aber starke Abstufungen. Die Gewaltbereitschaft, die zum Schutz der eigenen Gruppe notwendig ist, ist nicht mit unmotivierter physischer Aggressivität zu verwechseln. Letztere ist ein klar psychologisches Problem", erläutert der Sexualmediziner.

Rivalität entscheidet
Um zu ihren Ergebnissen zu kommen, haben die britischen Wissenschaftler im Rahmen eines Gruppenspiels Geld an Studenten verteilt. Diese konnten dann in verschiedenen Testsituationen entscheiden, ob sie das erhaltene Guthaben für das eigene oder das Wohl der Gruppe riskieren wollten. Der Hälfte wurde gesagt, dass die Resultate des Spiels mit denen einer anderen rivalisierenden Universität verglichen werden würden. "Sobald wir die Rivalität ins Spiel gebracht haben, waren jene Teilnehmer mit breiteren Gesichtern deutlich kooperativer als die anderen Männer", berichten die Studienleiter in der Zeitschrift "Psychological Science".

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.st-andrews.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung