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"Falsche" Immunreaktion unterstützt Tuberkulose

01.03.2013
Neue Studie zeigt: Körper reagiert auf Viren und nicht auf Bakterien

Bakterien wie Tuberkulose (TBC) können sich im Körper ausbreiten, weil das Immunsystem die "falsche" Immunreaktion" einsetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die University of California.

Anstatt die Infektion zu bekämpfen, produzieren Patienten mit einer schweren Infektion ein Protein, das Viren angreift. Jedes Jahr infizieren sich rund 8,7 Mio. Menschen mit TBC. Die in Science http://sciencemag.org veröffentlichten Ergebnisse könnten erklären, warum Viren anfälliger für bakterielle Infektionen machen können. Ein Höhepunkt der TBC-Infektionen im Frühling könnte daher mit den Auswirkungen der im Winter im Umlauf befindlichen Viren zusammenhängen.

Erste Hinweise bei Lepra gefunden

Das Team um Robert Modlin identifizierte dieses Phänomen zuerst bei Lepra. Diese Krankheit wird durch ähnliche Bakterien wie TBC ausgelöst. Bei der Untersuchung der Hautverletzungen von Leprapatienten fand man zwei verschiedene Immunproteine. Bei weniger schwer erkrankten Patienten wurde mit Interferon gamma ein Protein festgestellt, das mit einer Immunreaktion auf Bakterien in Zusammenhang gebracht wird.

Bei schwerer erkrankten Patienten fanden die Experten mit Interferon beta ein Protein, das mit einer Reaktion auf Viren in Verbindung steht. Weitere Untersuchungen zeigten, dass Gene für Interferon beta bei schwereren Erkrankungen häufiger im Blut exprimiert wurden. Laut den Forschern reagiert der Körper bei schweren Erkrankungen so, als würde er einen Virus angreifen. Damit bleiben die Bakterien verborgen und können sich ungehindert in den Zellen verbreiten.

Fokus auf neuen Behandlungsmöglichkeiten

Interferon beta ist jedoch nicht nur im Kampf gegen Bakterien nicht wirksam, es kann auch die Aktivität von Interferon gamma blockieren. So können die Bakterien laut den Wissenschaftlern Fuß fassen. Modlin zufolge legen diese Studienergebnisse nahe, dass ein Ansteigen oder Abnehmen eines dieser beiden Proteine die Balance von einer leichten zu einer schwereren Erkrankung verschieben könnte. "Wir könnten Behandlungsmöglichkeiten finden, die bestimmte Interferonreaktionen blockieren oder verstärken und so eine effektive Strategie zum Schutz gegen bakterielle Infektionen entwickeln", sagt Modlin.

Diese Studienergebnisse könnten auch erklären helfen, warum die in Los Angeles bei Obdachlosen grassierende Tuberkulose sich so rasch ausbreiten kann. Menschen, die auf beengtem Raum übernachten, Grippeerkrankungen, die das Immunsystem in Richtung Virus ablenken sowie der Mangel an Vitamin D durch das Sonnenlicht könnten laut den Wissenschaftlern verantwortlich sein. Da sich die Tuberkulose immer weiter ausbreitet, könnte sich dieses Szenario nicht nur in amerikanischen Städten, sondern auf der ganzen Welt abspielen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ucla.edu

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