Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Qualität frühkindlicher Bildung in Deutschland muss verbessert werden

03.02.2010
Große Unterschiede zwischen Ost und West in der Personalausstattung von Kindertageseinrichtungen

Die Qualität frühkindlicher Bildung für Kinder ab drei Jahren lässt in Deutschland immer noch zu wünschen übrig. Die wesentliche Ursache dafür liegt vor allem an der unzureichenden Personalausstattung in den Kindertageseinrichtungen. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede. In Ostdeutschland ist die Betreuungsrelation deutlich ungünstiger als im Westen. Das zeigt ein aktueller Bundesländervergleich der Bertelsmann Stiftung.

Nach einer Sonderauswertung des heute veröffentlichten Länderreports Frühkindliche Bildungs­systeme wird in Ostdeutschland die Mehrheit der Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt (62,5 Prozent dieser Altersgruppe) in einer Kindergartengruppe mit einem Personalschlüssel von durch­schnittlich 1 zu 12,4 betreut. Demgegenüber haben fast 59 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe in Westdeutschland einen deutlich besseren Personalschlüssel in Kindergartengruppen von durch­schnittlich 1 zu 9,2.

Insgesamt erreicht kein Bundesland den von der Bertelsmann Stiftung empfohlenen Personal­schlüssel von 1 zu 7,5, der auf internationalen Erfahrungen basiert. "Der Personalschlüssel ist das wichtigste Kriterium für die Bildungsqualität in Kindertageseinrichtungen", sagte Vorstandsmitglied Dr. Jörg Dräger bei der Vorstellung der Studie. "Nur wenn genügend Erzieherinnen in den Kitas sind, können Kinder tatsächlich individuell gefördert werden."

Die Situation in den einzelnen Bundesländern zeigt, dass die Bildungschancen für Kinder ab drei Jahren, wenn sie eine Kindergartengruppe besuchen, bundesweit je nach Wohnort unterschiedlich sind. Die vergleichsweise besten Personalschlüssel in Kindergartengruppen bestehen in Bremen (1 zu 8), in Rheinland-Pfalz (1 zu 8,2) und in Baden-Württemberg (1 zu 8,9). Mit einem Personal­schlüssel von über 1 zu 9 in Kindergartengruppen liegen folgende Bundesländer im Mittelfeld: Nordrhein-Westfalen (1 zu 9,1), Niedersachsen (1 zu 9,2), Saarland (1 zu 9,3), Hamburg (1 zu 9,4), Schleswig-Holstein (1 zu 9,5), Bayern (1 zu 9,6) sowie Hessen (1 zu 9,8). Alle östlichen Bun­desländer haben in Kindergartengruppen deutlich schlechtere Personalschlüssel. In Sachsen-An­halt liegt er bei 1 zu 11,6, in Brandenburg bei 1 zu 12,1, in Thüringen bei 1 zu 12,6, in Sachsen bei 12,6 gefolgt von Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern mit 1 zu 13,4.

"Die fehlenden Personalressourcen in den Kitas müssen dringend ausgebaut werden, wenn Kinder gebildet und nicht nur beaufsichtigt werden sollen", forderte Dräger. Vor dem Hintergrund des be­reits regional bestehenden und sich ausweitenden Erzieherinnenmangels müssten die Ausbil­dungskapazitäten erhöht sowie die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Nur dann bleibe der Beruf für junge Menschen attraktiv.

Grundlage der Auswertungen sind Daten der statistischen Ämter des Bundes und der Länder aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik des Jahres 2008. Die Berechnungen hat die Dortmunder Ar­beitsstelle für Kinder- und Jugendhilfestatistik im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt.

Rückfragen an: Anette Stein, Telefon: 0 52 41 / 81-81274; E-Mail: anette.stein@bertelsmann-stiftung.de

Kathrin Bock-Famulla, Telefon: 0 52 41 / 81-81173; E-Mail: kathrin.bock-famulla@bertelsmann-stiftung.de

Ute Friedrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau