Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PwC-Prognose: Produktion deutscher Premium-Hersteller in China verdoppelt sich bis 2020

22.04.2013
Lokale Produktion von 2005 bis 2013 bereits mehr als verzehnfacht / Absatz steigt im ersten Quartal um fast 6 Prozent, Produktion um über 50 Prozent / Jedes fünfte deutsche Premium-Auto wird 2020 in China gebaut / Die Deutschen bekommen Konkurrenz

Die deutschen Hersteller von Premium-Automobilen profitieren überproportional vom enormen Wachstum des chinesischen Automarktes.

Während sie in Europa im margenstarken Premium-Segment in den ersten drei Monaten des Jahres 2013 insgesamt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Absatzeinbußen hinnehmen mussten, konnten sie die Verkaufszahlen in China um 5,9 Prozent steigern, die lokale Produktion sogar um 51,1 Prozent.

Bis 2020 könnten die deutschen Premiumhersteller die Fertigung in China gegenüber 2012 sogar mehr als verdoppeln, zeigen Prognosen von Autofacts, dem Automotive-Institut der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC: Über 1,15 Millionen Premium-Fahrzeuge mit deutscher Marke könnten demnach im Jahr 2020 in China von den Bändern laufen, im Jahr 2012 waren es 575.000 Fahrzeuge. Das würde eine Wachstumsrate von durchschnittlich 10,4 Prozent pro Jahr bedeuten; die Automobilproduktion in China insgesamt wächst bis 2020 voraussichtlich nur um durchschnittlich 7,4 Prozent pro Jahr.

"Der chinesische Markt ist und bleibt für deutsche Autobauer ein wichtiges Betätigungsfeld mit sehr guten Wachstumsraten auch in den kommenden Jahren. Mit zunehmendem Wohlstand in den Städten der zweiten und dritten Reihe nimmt die Nachfrage nach Premium-Fahrzeugen auch deutscher Hersteller weiter zu. Der Ausbau der Produktionskapazitäten in China - und zwar insbesondere im Landesinneren und im Westen des Landes - ist eine logische Konsequenz, denn damit können die Hersteller die Bekanntheit ihrer Marke und Produkte im regionalen Markt steigern und weitere Kostenvorteile erzielen. Sie vermeiden außerdem Wechselkursrisiken, Logistikkosten und Zölle für den Import nach China; diese Kosten können im immer härter umkämpften chinesischen Markt zum schmerzhaften Wettbewerbsnachteil werden", kommentiert Felix Kuhnert, Partner und Leiter des Bereichs Automotive bei PwC in Deutschland und Europa.

Die Dominanz deutscher Premiummarken wird durch neue Wettbewerber
herausgefordert: Seit 2006 konnten deutsche Premiummarken ihren Anteil an der Produktion in China immer weiter ausbauen - auf zuletzt 97 Prozent im Jahr 2012. Nun bekommen sie jedoch verstärkt Konkurrenz aus dem In- und Ausland; zunehmend fertigen auch US-amerikanische, indische und chinesische Autobauer die Fahrzeuge ihrer teilweise europäischen Premiummarken, wie Volvo oder Jaguar, in der Volksrepublik.

Die deutschen Hersteller werden im Jahr 2020 nach derzeitigen Ankündigungen bis zu 16 Premium-Modellreihen in China fertigen, neun waren es im Jahr 2012. Mit einem Anteil von voraussichtlich 19,1 Prozent könnten die Werke in China im Jahr 2020 für jedes fünfte Premium-Auto stehen, das deutsche Hersteller ausliefern; im Jahr 2012 lag der Anteil der chinesischen Werke bei nur 12,9 Prozent. Die Mehrzahl ihrer Premium-Autos dürften Deutschlands Autobauer aber auch im Jahr 2020 in Werken in ihrer Heimat fertigen - auch wenn deren Anteil an der Gesamtproduktion von 63,3 Prozent im Jahr 2012 auf voraussichtlich 51,8 Prozent in 2020 sinken dürfte.

"Der zweite Flaschenhals neben der Verfügbarkeit ausreichender Produktionskapazitäten in China dürfte der Vertrieb der Fahrzeuge im Land werden. Es wird für die deutschen Hersteller entscheidend darauf ankommen, kurzfristig konkurrenzfähige und weitreichende Händlernetze aufzubauen, die den Premium-Ansprüchen der immer selbstbewussteren chinesischen Autokäufer gerecht werden. Dennoch dürften die deutschen Premium-Hersteller ihre Werke in der Volksrepublik in den kommenden Jahren überdurchschnittlich gut auslasten können - wenn ihnen nicht durch protektionistische Maßnahmen oder Regulierungen ein Strich durch die Rechnung gemacht wird", erklärt Felix Kuhnert.

Über PwC: PwC bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung. Dort schaffen wir für unsere Mandanten den Mehrwert, den sie erwarten. Mehr als 180.000 Mitarbeiter in 158 Ländern entwickeln in unserem internationalen Netzwerk mit ihren Ideen, ihrer Erfahrung und ihrer Expertise neue Perspektiven und praxisnahe Lösungen. In Deutschland erzielt PwC an 28 Standorten mit

9.300 Mitarbeitern eine Gesamtleistung von rund 1,49 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Sven Humann
PwC Presseabteilung
Tel.: (069) 9585 - 2559
E-Mail: sven.humann@de.pwc.com

Sven Humann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie