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Puzzles und Kreuzworträtsel verzögern Demenz

02.09.2010
Spätere Diagnose bedeutet allerdings auch rascheren Krankheitsverlauf

Menschen, die sich gerne mit Puzzles und Kreuzworträtseln beschäftigen, können das Einsetzen einer Demenz länger hinauszögern. Sie erleben jedoch eine raschere Verschlechterung des Zustandes, wenn die Krankheit eintritt. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung des Rush University Medical Center mit mehr als 1.000 Teilnehmern gekommen.

Schutz gegen Alzheimer

Es wird bereits lange darüber spekuliert, ob ein Training des Gehirns gegen Alzheimer schützen kann. Bisher gab es jedoch wenig konkrete Beweise für diese Theorie. Anfang der 90er-Jahre rekrutierten die Wissenschaftler 1.157 Personen über 65 Jahren. Sie erhielten bei der Bewertung ihrer geistigen Aktivitäten ein Maximum von fünf Punkten, je nach dem wie oft sie sich damit beschäftigten.

Zum Verarbeiten von Informationen gehörte zum Beispiel Radiohören oder Fernsehen, das Lesen eines Buches, die Beschäftigung mit einem Puzzle oder einem Kreuzworträtsel und der Besuch eines Museums. Die Teilnehmer wurden in der Folge durchschnittlich zwölf Jahre lang begleitet. Ihr gesundheitlicher Zustand wurde im Abstand von drei Jahren beurteilt.

Jeder anfangs um einen Punkt höheren Bewertung entsprach in der Folge ein um 50 Prozent verlangsamter Verfall der geistigen Fähigkeiten. Bei den 148 Teilnehmern mit einer Alzheimer-Diagnose setzte der Verfall pro zusätzlich erreichtem Punkt um 42 Prozent rascher ein.

Kognitive Aktivitäten

Das Forscherteam um Robert Wilson geht davon aus, dass kognitive Aktivitäten die Fähigkeit des Gehirns, beim Eintreten der Krankheit normal weiterzufunktionieren, verbessern. Das Gehirn kann signifikante pathologische Veränderungen ohne eine Verschlechterung der Leistung ausgleichen.

Wird die Krankheit schließlich diagnostiziert, scheint sie jedoch schon in einem späteren Stadium zu sein. Das bedeutet laut BBC, dass die Vorteile des späteren Erkennbarwerdens der Krankheit mit einem rascheren Krankheitsverlauf bezahlt werden müssen. Wilson betonte jedoch auch, dass so die Zeit, in der ein Mensch wirklich an einer Demenz leidet, verkürzt werden kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rush.edu

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