Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Protein im Auge erkennt Magnetfeld der Erde

22.06.2011
Grundlegender Mechanismus noch immer nicht erforscht

Ein lichtempfindliches Protein im menschlichen Auge funktioniert in einem Magnetfeld wie ein Kompass. Das haben Wissenschaftler der University of Massachusetts Medical School an den Augen von Fliegen nachgewiesen. Ohne dieses natürliche Magnetempfänger-Protein reagierten die Insekten nicht auf ein magnetisches Feld. Wurde das Protein mit der menschlichen Version ersetzt, war diese Fähigkeit wieder hergestellt. Details der Studie wurden in Nature Communications veröffentlicht.

Trotz zahlreicher Kontroversen gibt es laut BBC bisher keine eindeutigen Beweise dafür, dass Menschen das Magnetfeld der Erde wahrnehmen können. Menschen verfügen wie Wandervögel über Cryptochrome im Auge. Das Konzept einer menschlichen Magnetfeldwahrnehmung wurde seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht näher erforscht. Die Studien Robin Bakers von der University of Manchester http://www.manchester.ac.uk waren damals bahnbrechend. Der Wissenschaftler versuchte, in Experimenten mit Tausenden Freiwilligen nachzuweisen, dass Menschen Magnetfelder direkt wahrnehmen können. Es gelang ihm jedoch nie den genauen Mechanismus zu identifizieren.

Navigationsfähigkeiten

Im Fokus der aktuellen Studie stehen Cryptochrome, uralte Proteine, die in einer von zwei Formen bei allen Tieren vorhanden sind. Diese Proteine werden mit dem Biorhythmus von Menschen und anderen Lebewesen in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören auch die Navigationsfähigkeiten mehrer Arten wie Wandervögel, Monarchfalter und die Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Der zugrundeliegende Mechanismus ist heute noch nicht vollständig erforscht.

Das Team um Steven Reppert forscht bereits seit einigen Jahren in diesem Bereich. D. melanogaster kann gentechnisch so programmiert werden, dass es zu einer Bildung von Cryptochrom-2 kommt. Diese Version des Proteins kommt bei Monarchfaltern und Wirbeltieren wie dem Menschen vor. Vergangenes Jahr wiesen die Wissenschaftler nach, dass Fliegen ohne Cryptochrome sich nicht mit magnetischen Feldern abstimmen können. Durch ein artfremdes Cryptochrom-2 wird diese Fähigkeit jedoch wieder hergestellt.

Für die aktuelle Studie schien es am sinnvollsten zu sein, dieses Protein in seiner beim Menschen vorkommenden Form zu nutzen. Die Ergebnisse entsprachen jenen der Monarchfalter. Reppert betonte, dass die Schwierigkeit dieses Forschungsbereiches darin bestehe, dass die Menschen sich wie beim Tagesrhythmus dieser Reaktionen gar nicht bewusst seien. "Ich wäre sehr überrascht, wenn wir nicht über diesen Sinn verfügten. Er wird von einer Reihe anderer Tiere genutzt. Entscheidend wird sein zu erforschen, wie wir ihn genau einsetzen."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.umassmed.edu
http://www.nature.com/ncomms

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie