Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Production Systems 2020 - globale Herausforderungen und Strategien für die Maschinenbaubranche

13.01.2011
Neue Studie von Roland Berger Strategy Consultants

- Interviews mit Top-Managern von mehr als 50 Maschinenbauern und Betreibern in Deutschland und China

- Die Maschinenbaubranche wird sich bis 2012 vollständig von der Krise erholt haben

- Drei globale Megatrends: Verlagerung nach Asien, Änderung der Spielregeln im Mittelsegment und steigendes Umweltbewusstsein ("going green")

- Wesentliche Herausforderung für chinesische OEMs ist die Verbesserung ihres Technologieniveaus

- Westeuropäische OEMs müssen dagegen vor allem ihre Kosten senken um wettbewerbsfähig zu bleiben

Der weltweite Maschinenbau wurde von der globalen Rezession 2009 zwar besonders schwer getroffen, doch wird sich die Branche bis 2012 vollständig wieder erholt haben. Führende Experten erwarten in den kommenden zehn Jahren eine weitere strukturelle Verlagerung der Maschinenproduktion und -nachfrage von den Industrieländern in die Schwellenländer, hauptsächlich nach China. OEMs müssen als Reaktion auf diese globale Herausforderungen neue Strategien entwerfen - so das Ergebnis einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants mit dem Titel "Production Systems 2020 - globale Herausforderungen und Erfolgsstrategien für die Maschinenbaubranche".

"Der Maschinenbau steht derzeit vor großen globalen Herausforderungen", sagt Studienautor und Roland Berger Partner Martin Eisenhut. "Zwar wird sich die von der globalen Rezession 2009 schwer getroffene Branche bis 2012 weltweit vollständig erholen haben - mittelfristig erwarten wir eine durchschnittliche Wachstumsrate von acht Prozent jährlich bis 2015. Aber die einzelne Segmente und Regionen werden sich unterschiedlich schnell erholen: Deutschland wird beispielsweise das Niveau von 2008 erst 2013 wieder erreichen."

Drei globale Megatrends

Der Studie zufolge dominieren drei globale Megatrends die künftige Entwicklung der Branche: Erstens wird sich die Verlagerung nach Asien fortsetzen. China hat die USA 2010 bereits überholt und ist zum Maschinenbau-Weltmeister geworden. Auch Deutschland dürfte seine marktführende Position in den meisten Maschinenbau-Segmenten in den kommenden Jahren an China verlieren. "Das Leistungs- und Qualitätsniveau der chinesischen Hersteller nähert sich an das europäische Niveau an", erklärt Co-Autor Ralph Lässig. "Während die befragten europäischen Betreiber ihr techni-sches Niveau aufrecht erhalten wollen, planen die chinesischen Betreiber eine deutliche Steigerung ihrer Standards."

Chinesische OEMs zielen auf leicht zugängliche Märkte

Die Roland Berger Experten erwarten auch eine Änderung der Spielregeln im Mittelfeld: Das mittlere Leistungssegment wächst am stärksten und wird zum globalen Spielfeld. "Deshalb halten wir starken Wettbewerb zwischen europäischen und chinesischen OEMs in den meisten, einfach zugänglichen Wachstumsregionen für wahrscheinlich", sagt Roland Berger Partner Lässig. "Chinesische OEMs werden sich auf leicht zugängliche Märkte in Südostasien, dem Mittleren Osten und Afrika fokussieren."

Der dritte globale Megatrend der Branche heißt "Going green" und bezeichnet das steigende Umweltbewusstsein. "Energieeffizienz wird in Europa und Japan an Bedeutung gewinnen, getrieben durch Kostensenkungen, Regulierung und die steigende Bedeutung eines umweltfreundlichen Images", erläutert Eisenhut. Bei ausgewählten Anwendungen sind erhebliche Energieeinsparungen möglich. "Viele Betreiber sehen Energieeffizienz zwar als ein wichtiges Kaufkriterium, allerdings sind nicht alle bereit, dafür auch mehr Geld ausgeben." Trotz des Megatrends bleiben Energieeffizienz und andere "grüne" Konzepte bei vielen Anwendungen daher "nur" ein Marketingthema.

Spezifische Strategien für spezifische Märkte

"Europäische OEMs müssen Antworten auf die Herausforderungen der neuen Wettbewerber entwickeln, die auf ihre individuelle Produkt/Marktpositionen zugeschnitten ist", sagt Lässig. Technologisch führende High-End-OEMs sollten ihr Geschäft beispielsweise sorgfältig ins Mittelsegment erweitern, um an dem enormen Wachstum dort zu partizipieren.

Lässig: "Europäische OEMs im Mittelsegment verfügen zwar bereits über einen globalen Footprint, aber sie müssen noch mehr Forschung und Entwicklung in die Schwellenländer transferieren. Chinesische OEMs werden das große Potenzial auf ihrem Heimatmarkt vor allem durch eine Verbesserung ihrer Produkttechnologie erschließen. Um die globalen Herausforderungen zu meistern, müssen alle OEMs weltweit jetzt ihre Geschäftsmodelle überdenken."

Die Kurzversion der Studie können Sie kostenfrei herunterladen
unter: http://www.rolandberger.com/pressreleases
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter unter:
www.rolandberger.com/press-newsletter
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit rund 2000 Mitarbeitern und 39 Büros in 27 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 180 Partnern.
Pressekontakt:
Daniela Fürst
Roland Berger Strategy Consultants
Tel.: +49 (0) 89/9230-8765, Fax: +49 (0) 89/9230-8599
E-Mail: press@de.rolandberger.com

Daniela Fürst | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie