Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Privates Glück wichtiger als Karriere

06.08.2008
Wertewandel bei Studenten vollzieht sich beim politischen Engagement

Familie und Partnerschaft sind deutschen Studenten wichtiger als im Beruf eine leitende Funktion zu übernehmen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS). In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift ZEIT Campus wurden 6.000 Studierende zu ihrer Zufriedenheit in unterschiedlichen Lebensbereichen befragt. Demnach sei nur noch für 47 Prozent der Studierenden wichtig, einmal eine leitende Funktion zu übernehmen, 72 Prozent gaben hingegen an, dass für sie an vorderster Stelle steht, sich der Familie/Partnerschaft zu widmen.

Bei der letzten derartigen Befragung vor fünf Jahren zeigten sich noch ganz andere Resultate. Damals war für fast 60 Prozent eine Entscheiderposition das angestrebte Ziel. "Die Verschiebung der Wertigkeit der einzelnen Ziele zeigt ein stärkeres Bestreben der Studierenden, Beruf und Privates zu vereinbaren", erklärt das HIS.

Gleichsam wie das Streben nach einer Führungsposition nahm auch das Verlangen, Anerkennung in seinem Beruf zu erwerben, ab. Gaben 2002 noch 85 Prozent der Befragten an, dass dies für sie ein erstrebenswertes Ziel sei, waren es bei der aktuellen Umfrage nur noch 78 Prozent. Zwar zeichne sich ein deutlicher Trend ab, dass familiäres Glück an Bedeutung gewinne, doch schwanken die Zahlen je nach Studiengang. Vor allem für Wirtschaftswissenschaftler ist der berufliche Erfolg noch immer ein Leitmotiv ihres Lebens. 68 Prozent geben dort an, dass sie später einmal in einer gehobenen Stellung arbeiten wollen. Für nicht einmal jeden Dritten ist dies bei den Lehramtsstudierenden von Bedeutung. Sie streben vielmehr eine gute und solide partnerschaftliche Beziehung an (80 Prozent).

Als Grund für das veränderte Werteverhalten führen die HIS-Forscher die positiveren Berufsaussichten für Studierende an. Gab vor fünf Jahren nur gut die Hälfte der Studenten an, dass sie optimistisch in die berufliche Zukunft schaut, sind es nun über 70 Prozent. "Die positive Grundstimmung auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft hat sich auf die Einstellung der Studenten niedergeschlagen", so ein Arbeitsmarktexperte.

Neben der Einstellung zu Familie und Arbeit fand bei den Studenten aber auch ein Paradigmenwechsel in Bezug auf politisches Engagement und den Einsatz für andere Menschen statt. Waren 2002 noch 63 Prozent der Befragten bereit, sich sehr stark für andere einzusetzen, sind es nun nur noch 56 Prozent. Die Frage, ob man bereit sei, sich politisch sehr stark zu engagieren, beantworteten nur 14 Prozent mit ja (2002 waren es fast 25 Prozent).

Zwei Drittel sagten sogar, dass sie sich überhaupt nicht politisch engagieren wollen. "Viele Jugendliche finden über Projekte, Vereine und Gruppen ihren Weg zu einer bestimmten politischen Richtung und entschließen sich erst dann einer Partei beizutreten oder diese zu wählen", erklärte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, kürzlich in einem Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung. Von daher bedeute eine negativere Einstellung zur Politik in Jugendjahren nicht zwangsläufig eine komplette Politikabstinenz.

Erik Staschöfsky | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.his.de
http://www.bpb.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie