Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Potenziale sind noch nicht annähernd ausgeschöpft

23.03.2011
CHE Consult hat Fachbereichsfusionen zwischen 1998 und 2008 untersucht. Die Studie will primär eine Orientierung für Praktiker(innen) des Fusionsmanagements bieten.

Hochschul- und Fachbereichsleitungen wie auch Planer(innen) in der Administration finden darin Modelle und Ergebnisse der Fusionsforschung wie auch verdichtete Erfahrungen zum Fusionsmanagement.

Fachbereichsfusionen gehören spätestens seit dem Ende der 1990er Jahre zum regulären Management-Repertoire der Hochschulentwicklung. Zwischen der Vierten Novelle des Hochschulrahmengesetzes (HRG) von 1998 und 2008 hat eine Vielzahl von Fusionen stattgefunden. Weit über ein Drittel der staatlichen Hochschulen in Deutschland kennt inzwischen entsprechende Prozesse aus eigener Anschauung.

Sie sind aus Perspektive der beteiligten Fachbereiche zumeist von außen durch Wissenschaftsministerien, vor allem aber durch die jeweilige Hochschulleitung ausgelöst und mit einem ganzen Bündel weitreichender Ziele verbunden. So geht es den Hochschulleitungen um die Verbesserung der überfachlichen Zusammenarbeit, um eine verbesserte Organisation von Forschung und Lehre oder um eine optimierte Selbststeuerung von Fachbereichen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie von CHE Consult. „Unser Ziel war es, mit Fachbereichsfusionen ein mit hohen Modernisierungserwartungen verbundenes Thema in den Blick zu nehmen, das viele Hochschulen beschäftigt, zu dem der Wissensstand jedoch noch gering ist“, sagt Britta Behm, die die Studie leitend durchgeführt hat.

Die Studie will primär eine Orientierung für Praktiker(innen) des Fusionsmanagements bieten. Hochschul- und Fachbereichsleitungen wie auch Planer(innen) in der Administration finden darin Modelle und Ergebnisse der Fusionsforschung wie auch verdichtete Erfahrungen zum Fusionsmanagement. Die Arbeit bietet Unterstützung für Hochschulen sowohl beim Entscheidungsprozess über eine Fusionsoption als auch für die Umsetzungsplanung und das konkrete „Post-Merger-“ bzw. „Integrationsmanagement“, bei dem es um die Realisierung der Fusion durch die beteiligten Fachbereiche geht. Methodisch fußt die Studie zum einen auf der Auswertung ausgewählter Literatur der zumeist privatwirtschaftlich geprägten Fusionsforschung, die für Hochschulen fruchtbar gemacht wird. Zum anderen wurde im Sommer 2010 eine standardisierte Online-Umfrage unter den Leitungen staatlicher deutscher Hochschulen durchgeführt. Ergänzt wurde die Thesenbildung zum Fusionsmanagement durch leitfadengestützte Experteninterviews aus dem Hochschulbereich.

Eine der Kernthesen der Arbeit ist es, dass die jeweils beteiligten Fachbereiche bereits in die Analyse- und Planungsphase vor der Fusionsentscheidung einbezogen werden müssen. Insbesondere angesichts des hohen Aufwands, der mit Fusionen verbunden ist, lohnt es sich zudem, Zeit und Mittel in die präzise Zieldefinition und in die Planung des Managementprozesses zu investieren. Es werden aber auch gängige Vorstellungen hinterfragt, wie die, dass eine Fusion möglichst „hart und schnell“ durchzuführen sei, oder scheinbar Offensichtliches, wie die Definition des Erfolgsbegriffs für Fachbereichsfusionen. Grundsätzlich kommt Behm zu dem Schluss: „Fachbereichsfusionen bieten die Chance für organisatorische Transformationen und Neuanfänge. Ihr vorrangiger Nutzen liegt weder in Einspareffekten noch in mittelfristigen Effizienzgewinnen, sondern darin, dass sie es ermöglichen, die Inhalte und Rahmenbedingungen von Forschung und Lehre an der jeweiligen Hochschule gezielt zu reflektieren und diese gegebenenfalls zu reformieren.“ Diese Potenziale seien noch nicht annähernd ausgeschöpft.

Die Studie ist als CHE-Arbeitspapier veröffentlicht und steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Lars Hüning | idw
Weitere Informationen:
http://www.che.de/downloads/CHE_AP142_Fachbereichsfusionen.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: CEBIT 2018: DFKI präsentiert innovatives Exoskelett für die robotergestützte Rehabilitation

Robotische Systeme spielen für die medizinische Rehabilitation eine immer größere Rolle. Auf der CEBIT-Expo vom 12. bis 15. Juni 2018 in Hannover‎ stellt das Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Halle 27, Stand F62, das Projekt Recupera REHA vor. Darin gelang dem von Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Kirchner geleiteten DFKI-Forschungsbereich ein Durchbruch auf dem Gebiet der Rehabilitationsrobotik: Gemeinsam mit der rehaworks GmbH entwickelte es ein mobiles Exoskelett für die Oberkörperassistenz speziell zur robotergestützten Therapie nach einem Schlaganfall.

Über drei Jahre arbeitete ein interdisziplinäres Forscherteam des DFKI an einem tragbaren Ganzkörper-Exoskelett, das der äußeren Unterstützung des menschlichen...

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. COMPAMED Frühjahrsforum: Innovative Herstellungsverfahren moderner Implantate

28.05.2018 | Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

CEBIT 2018: DFKI präsentiert innovatives Exoskelett für die robotergestützte Rehabilitation

28.05.2018 | CeBIT 2017

IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt zum zweiten Mal in Folge

28.05.2018 | Wirtschaft Finanzen

Elektrifizierendes Bettgeflüster von Messerfischen in freier Wildbahn belauscht

28.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics