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Polygamie hinterlässt Spuren im Erbgut

26.09.2008
Mehr genetische Unterschiede auf dem X-Chromosom

In der Geschichte der Menschheit scheint ein relativ kleiner Anteil von Männern einen größeren Beitrag zum Gen-Pool geleistet zu haben als der Rest. Eine Studie der University of Arizona hat die Variationen in der DNA untersucht.

Demnach haben zehntausende Jahre Polygamie eine Spur im Erbgut hinterlassen, die darauf hinweist, dass eine vergleichsweise kleine Anzahl von Männern mit einer großen Anzahl von Frauen Kinder gezeugt hat. Im Laufe der Zeit führt ein derartiges Muster zu mehr genetischen Unterschieden auf dem X-Chromosom.

Der Grund dafür liegt darin, dass Frauen über zwei Kopien des X-Chromosoms verfügen, Männer nur über eine. Die Diversität entsteht in anderen Worten dadurch, dass manche Männer ihre Gene nicht weitergeben, der Großteil der Frauen jedoch sehr wohl. Details der Studie wurden in PLoS Genetics veröffentlicht.

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Der leitende Wissenschaftler Michael Hammer erklärte laut New Scientist, dass Menschen als leicht polygin gelten und von polyginen Primaten abstammen. Die Polyginie bezieht sich im konkreten Fall darauf, dass Männer mit einer Vielzahl von Frauen Kinder haben. Beim Menschen am häufigsten sind die Polygamie oder mehrfache Ehen. Hammer sequenzierte gemeinsam mit seinem Team die DNA von sechs Gruppierungen: Melanesiern, Basken, Han Chinesen sowie dreier afrikanischer Kulturen, der Mandenka, der Biaka und der San.

Es zeigten sich mehr genetische Unterschiede am X-Chromosom als zu erwarten gewesen wären, wenn eine gleiche Anzahl von Männern und Frauen sich weitergepflanzt hätten. Die einzige Erklärung dafür ist eine weit verbreitete, lange andauernde Polyginie. Die aktuelle Studie berücksichtigt die gesamte Entwicklungsgeschichte des Menschen. Die heute verbreitete Monogamie hat laut dem Wissenschaftler in unseren Genen noch keinerlei Spuren hinterlassen.

Zusätzlich praktizierten die meisten Gesellschaften die eine oder andere Form von Polygamie. Auch wenn die meisten Männer im Westen keine Beziehungen mit mehreren Frauen haben, neigen sie doch dazu, Kinder mit mehreren verschiedenen Frauen zu haben.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.arizona.edu

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