Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plötzlicher Kindstod: Bakterielle Infektion unter Verdacht

11.09.2008
Toxine überfordern den Organismus der Kinder

Manche Fälle von plötzlichem Kindstod könnten auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen sein.

Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Women's and Children's Hospital und der University of Adelaide gekommen. Das Team um Paul Goldwater hat nachgewiesen, dass Proben von Kindern, die ohne offensichtlichen Grund gestorben waren, oft potenziell schädliche Bakterien enthielten.

Manche Experten gehen laut BBC davon aus, dass die von diesen Bakterien gebildeten Toxine einen chemischen Sturm auslösen könnten, der das Kind einfach überwältigt und schließlich zum Tod führt. Allein in Großbritannien sterben rund 250 Kinder pro Jahr an plötzlichem Kindstod. Der Großteil dieser Todesfälle können nie vollständig geklärt werden. Details der aktuellen Studie wurden in den Archives of Disease in Childhood veröffentlicht.

Wissenschaftler wissen, dass Eltern gewisse Maßnahmen treffen können um das Risiko eines plötzlichen Kindstods zu verringern. Dazu gehört, vor und nach der Schwangerschaft nicht zu rauchen und die Kinder auf dem Rücken schlafen zu lassen. Die genauen Gründe, warum diese Maßnahmen helfen, sind jedoch bisher noch nicht vollständig erforscht. Goldwater geht davon aus, dass bakterielle Infektionen bei manchen Kindern zum plötzlichen Tod bei manchen Kindern beitragen. Das Team analysierte den Obduktionsbericht von 130 Babys, die am plötzlichen Säuglingstod (SIDS) gestorben waren. 32 starben als Folge einer Infektion, 33 waren an anderen Ursachen wie einem Straßenunfall gestorben. In einem nächsten Schritt wurden Bakterienproben von so genannten sterilen Bereichen des Körpers, die normalerweise frei von Infektionen sind, wie das Blut des Herzens, die Milz oder die Zerebrospinalflüssigkeit untersucht. Verglichen wurden die Proben der SIDS-Kinder und jene der 65 anderen Kinder.

Infektionen waren bei jenen Kindern selten, bei denen eine Infektion die Todesursache nicht beeinflusst hatte. Sie waren jedoch bei SIDS-Kindern relativ verbreitet und bei jenen, die plötzlich an einer Infektion gestorben waren. Nicht weiter überraschend verfügte fast eines von fünf Babys, das plötzlich in Folge einer Infektion gestorben war, auch über eine Infektion in sterilen Bereichen.

Das war aber auch bei einem von zehn der SIDS-Kinder der Fall. In vielen Fällen wurde die Infektion durch Staphylococcus aureus ausgelöst, einer besonders virulenten Bakterienart, die bekanntermaßen potenziell tödliche Toxine produziert. Goldwater erklärte gegenüber den Archives of Disease in Childhood, dass der Nachweis dieser Bakterien in einem normalerweise sterilen Bereich bei vielen der SIDS-Fälle darauf hinweisen könnte, dass ein Teil dieser Kinder an einer entsprechenden Krankheit gestorben war.

Aus diesem Grund sollten unter Berücksichtigung frühere Erkenntnisse SIDS-Fälle mit S. aureus-Nachweisen neu überdacht werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.health.adelaide.edu.au
http://www.wch.sa.gov.au
http://adc.bmj.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17
24.07.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie