Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plötzlicher Herztod durch "riskante" Gene

27.04.2009
Nicht nur Alter, Geschlecht und Medikamente entscheidend

Mitarbeiter des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Neurogenetica e Neurofarmacologia haben vier neue für die Entstehung von Herzrythmusstörungen verantwortliche Genvarianten entdeckt. Mit deren Hilfe können innovative Vorbeugemaßnahmen und gezieltere Therapien entwickelt werden.

"Neben Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Pharmabehandlungen haben bei der Ausprägung des QT-Intervalls die Erbanlagen eine entscheidende Bedeutung", bestätigte die Projektleiterin Serena Sanna.

"Die genaue Kenntnis der genetischen Komponente hilft uns, die biologischen und chemischen Vorgänge während der für die Stimulierung der Herzmuskulatur wichtigen Aufladephase zu verstehen. Es ist anzunehmen, dass die von uns ermittelten Erbgutsätze bei ventrikulären Arrhythmien wie beispielsweise einem im EKG erkennbaren verlängerten oder verkürzten QT- Intervall beteiligt sind. Ebenso wie eine vor drei Jahren entdeckte und bei dieser Gelegenheit als ursächlich bestätigte Variante des Gens NOS1AP können sie für den ohne Vorwarnung eintretenden plötzlichen Herztod mitverantwortlich sein. "

Zur genauen Ermittlung der Genvarianten wurde der als Genome - Wide Association Study (GWAS) bekannte Ansatz benutzt. Mit dieser Methode war zuvor das DNA von 4.300 Bewohnern Sardiniens in 2,5 Millionen Nukleotidvarianten (SNP) untersucht worden. Parallel dazu wurden von internationalen Kooperationspartnern Elektrokardiogramme und Blutentnahmen an insgesamt 12.000 Südtirolern, Deutschen und Amerikanern durchgeführt. Mit Hilfe neuer bioinformatischer Modelle war es möglich, dieses äußerst umfangreiche Datenmaterial auszuwerten und die mit Herzrythmusstörungen in Zusammenhang stehenden Genvarianten zu ermitteln. "Unsere Arbeit ist nicht nur interessant wegen der dabei erzielten Ergebnisse, sondern auch angesichts der Erkenntnis, dass die Untersuchung von Populationen bei der Ermittlung pathologischer Gene von großem Nutzen sein kann."

Die Untersuchung der italienischen Wissenschaftler ist in enger Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftskonsortium QT Interval and Sudden Cardiac Death, dem Helmholtz Zentrum in München und der John Hopkins University in Baltimore durchgeführt worden. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift "Nature Genetics" beschrieben.

Harald Jung | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.inn.cnr.it

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik