Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plastikmüllstrudel im Atlantik entdeckt

25.02.2010
Forscher: Vergleichbar mit Müllstrudel im Nord-Pazifik

Forscher haben im Nordatlantik einen Müllstrudel entdeckt, in dem sich Plastikteilchen in großen Mengen befinden. Die Region sei mit dem im Nordpazifik bekannten Great Pacific Garbage Patch (pressetext berichtete http://www.pressetext.com/news/090806002/ ) zu vergleichen, berichtet Karen Lavender Law von der Sea Education Association.

Law kritisiert, dass das Thema "Plastikmüll im Atlantik" zum größten Teil ignoriert wird. Dabei sei das Thema aktuell, da jetzt beim Ocean Sciences Meeting Forschungsergebnisse einer mehr als zwei Jahrzehnte dauernden Studie präsentiert wurden. Die Arbeit ist die bisher längste und genaueste Dokumentation von Kunststoffabfällen im Meer.

Plastikmüll mit Netzen gefangen

Mit Oberflächennetzen, die von Schiffen nachgezogen wurden, entnahmen die Forscher an mehr als 6.100 Stellen in der Karibik und im Atlantik vor der US-Küste Proben. "Mehr als 80 Prozent der Plastikteilchen - der Großteil unter einem Zentimeter Durchmesser - wurden zwischen 22 und 38 Grad nördlicher Breite gefunden", so Law. Offensichtlich gibt es eine Region, in der sich die Kunststoffteilchen akkumulieren", erklärt die Forscherin. Die größte Dichte an Plastikabfall betrug 200.000 Stückchen pro Quadratkilometer. Mengenmäßig sind die Müllansammlungen offensichtlich mit solchen vergleichbar, die für den Pazifik beschrieben sind.

"Leider ist die vorliegende, neue Studie aber nicht repräsentativ für den gesamten Atlantik, denn nur Teile der Karibik und des Nordatlantiks vor der Küste der USA wurden untersucht", meint der Biogeochemiker Christian Wild vom Department für Geo- und Umweltwissenschaften an der Universität München http://www.geobio-center.uni-muenchen.de gegenüber pressetext. "Hauptgründe für die gefundenen regionalen Plastikmüllansammlungen könnte daher neben den ozeanischen Oberflächenströmungen und -wirbeln auch die Nähe zu den USA, einem der Hauptproduzenten von Plastikmüll weltweit, sein."

Schäden für Meereslebewesen unklar

"Besonders problematisch bei Plastikmüll ist seine sehr lange Haltbarkeit", betont Wild. Kaum ein Organismus könne ihn zersetzen. "Negativ ist sein positiver Auftrieb - daher gibt es kein Absinken auf den Meeresboden - sowie seine chemische Zusammensetzung, die giftige Substanzen wie zum Beispiel Weichmacher enthalten kann."

"Die Auswirkung dieser Verschmutzung auf das marine Leben ist bisher kaum untersucht", betont Wild. "Wahrscheinlich sind allerdings Schädigungen von Seevögeln, Schildkröten, Meeressäugern und Fischen, die ihre Nahrung aus den Oberflächenschichten des Weltozeans beziehen."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.sea.edu
http://www.agu.org/meetings/os10/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops