Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plastikbestandteil führt zu Herzkrankheit

14.01.2010
Bisphenol-A erneut unter Beschuss

Forscher der Peninsula Medical School an der Universität von Exeter haben erneut Hinweise dafür gefunden, dass ein häufiger Bestandteil im Plastik - Bisphenol A (BPA) - zu kardiovaskulären Erkrankungen führen kann. Das Forscherteam hat für die Untersuchung, die im Fachmagazin PLoS ONE veröffentlicht wurde, Daten der US-NHANES-Populationsstudie von 2006 analysiert.

"Das ist die zweite Studie, die zu einem solchen Ergebnis kommt", erklärt Studienleiter David Melzer, Professor für Epidemiologie, im pressetext-Interview. "Dass eine höhere BPA-Konzentration bei Erwachsenen zu Herzerkrankungen führen kann, zeigte unsere erste Studie aus dem Jahr 2008." Assoziationen mit einigen Leberenzymen gebe es zudem auch noch", erklärt Melzer.

Weitere Untersuchungen dringend nötig

"Interessanterweise waren die BPA-Werte im Urin 2006 um ein Drittel niedriger als 2003/2004", erklärt Melzer. Warum das so sei, könne er nicht sagen. Denkbar wäre, dass Kunststoffhersteller bei Lebensmittelverpackungen auf die Substanz verzichtet haben oder sie durch andere ersetzt haben. "Die Untersuchung gibt jedenfalls Anlass für Besorgnis", erklärt der Mediziner.

"Weitere Studien sind natürlich erforderlich, wobei es nicht möglich ist, Experimente am Menschen durchzuführen", so Melzer. "Wir müssen genauer herausfinden, wo die Gesundheitsrisiken tatsächlich liegen", meint Studien-Co-Autorin Tamara Galloway, Professorin für Ökotoxikologie an der Universität von Exeter.

Hormonähnliche Wirkung

Bisphenol A ist eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung, die östrogenartige Wirkung auf Lebewesen hat. Seit Jahren steht die Substanz in Verdacht, gesundheits- und erbgutschädigend zu sein, wie Untersuchungen des US National Toxicology Program ergeben haben. Aktuellen amerikanischen Untersuchungen zufolge könnte auch die zivilisatorische Fettleibigkeit darin eine ihrer Ursachen haben.

Von der Chemikalie, die in verschiedenen Plastikprodukten enthalten ist, werden jährlich weltweit rund drei Mio. Tonnen hergestellt. In mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung kann die Substanz im Körper nachgewiesen werden. Zuletzt gab es heftige Kontroversen über BPA in Babyschnullern und Trinkflaschen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pms.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics