Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Planet Erde beherbergt 8,7 Mio. Arten

24.08.2011
91 Prozent aller Lebewesen sind noch unbekannt

Rund 8,7 Mio. verschiedene Arten von Lebewesen bewohnen die Erde. Das berichtet ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift "PLoS Biology". Dank neuartiger Analysetechniken konnten sie die bisher sehr ungenauen Schätzungen deutlich verfeinern. "Bisher ging man von einer Zahl zwischen drei und 100 Mio. Spezies aus. Man wusste nicht einmal, in welcher Größenordnung man sich bewegt", so Studienautor Boris Worm von der kanadischen Dalhousie University im pressetext-Interview.


Froschfisch: Erst 1992 entdeckt

Wir wissen nichts

Vor 253 Jahren schuf Carl von Linné die Grundlagen für die Taxinomie der Botanik und Zoologie. Seither wurden 1,2 Mio. Arten beschrieben und katalogisiert, davon eine Mio. Land- sowie 250.000 Meeresbewohner. "Noch immer nehmen die jährlichen Neuentdeckungen linear zu, weshalb man Schätzungen zum Gesamtbestand nicht validieren konnte", berichtet Worm.

Ein Fortschritt gelang den Forschern, als sie das Verhältnis der Systematik-Einheiten wie Klasse, Ordnung und Familie zur Artenzahl berücksichtigten. Hier flacht die Neuentdeckungsrate ab und lässt den Endpunkt der Entdeckungen extrapolieren.

Die neuen Zahlen offenbaren, wie wenig der Mensch über die Natur weiß. Von geschätzten 7,8 Mio. lebenden Tierarten sind erst 953.434 bekannt, von 298.000 Pflanzen erst 216.644 und von 611.000 Pilzen sogar nur 43.271. Auch bei den Einzellern und Stramenopilen beträgt die Entdeckungsrate nur ein Viertel bzw. die Hälfte der je rund 30.000 Arten. "86 Prozent der Land- und 91 Prozent der Meeresarten müssen erst entdeckt und beschrieben werden. Der größten Aufholbedarf besteht hier in der Tiefsee, bei Korallenriffen und im Boden tropischer Wälder", so Studienleiter Camilo Mora von der University of Hawaii gegenüber pressetext.

Erforschung dauert noch 1.200 Jahre

Wichtig seien derartige Erkenntnisse für den Artenschutz. So ist etwa davon auszugehen, dass die "Rote Liste" gefährdeter Spezies mit aktuell 59.508 Arten nicht einmal ein Prozent aller Lebewesen beobachtet. "Was man nicht kennt, kann man nicht schützen. Bei neun von zehn lebenden Arten wissen nicht, ob sie vom Aussterben bedroht sind. Unbekannt sind uns jedoch bislang auch ihre Funktionen für das Leben auf Erde, von denen wir Menschen vielleicht sogar in hohem Ausmaß abhängen. Die Neuentdeckung von Arten ist deshalb viel mehr als bloß ein hobbyartiges Stillen wissenschaftlicher Neugier", betont Worm.

Geht die Entdeckung und Beschreibung weiter wie bisher, erfordert es theoretisch noch 1.200 Jahre, 300.000 Biologen und 364 Mrd. Dollar, bis alle Spezies bekannt sind. Beschleunigung könnten neue Techniken bringen wie etwa der DNA-Barcode. "DNA-Techniken sind billig und schnell. Sie taugen jedoch eher zur Identifizierung als zur Neubeschreibung", so der kanadische Forscher.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.dal.ca

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie