Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pionier-Studie an der Uni Graz nimmt die Kompetenz-Entwicklung im ÜbersetzerInnen-Studium ins Visier

03.04.2009
Am Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft (ITAT) der Karl-Franzens-Universität Graz untersucht das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderte Forschungsprojekt "TransComp" erstmals die Entwicklung der Übersetzungs-Kompetenz in den ersten drei Studienjahren. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Translationsdidaktik gezielt zu verbessern.

Mit der Einführung des Bachelor-Studiums zum/r ÜbersetzerIn sollten Studierende in nur drei Jahren ein möglichst hohes Maß jener Kompetenzen in ihrem Fach erlangen können, für deren Erwerb sie vorher im Diplomstudium mindestens vier Jahre Zeit hatten.

Eine Herausforderung nicht nur für die Lernenden. Eine effiziente Ausbildung muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die für den Beruf nötige Qualifikation tatsächlich erreichbar ist. Das Forschungsprojekt "TransComp" wird die wissenschaftlichen Grundlagen für eine Optimierung der Translationsdidaktik liefern.

"Als Versuchspersonen für die Untersuchung dienen zwölf StudienanfängerInnen im Übersetzungsstudium, die als erste Fremdsprache Englisch gewählt haben", berichtet Projektleiterin Univ.-Prof. Dr. Susanne Göpferich. Kriterien für die Auswahl der ProbandInnen waren sehr gute bis gute Schulleistungen in Deutsch und Englisch sowie gute Ergebnisse bei weiteren Sprachtests.

"Am Beginn jedes Semesters sowie am Ende des dritten Studienjahres werden Versuche durchgeführt, bei denen die Studierenden verschiedene Texte am Computer zu übersetzen haben", erklärt Göpferich. Dabei werden von einer speziellen Software alle Tastenanschläge und Mausklicks ebenso wie die dazwischen liegenden Zeitintervalle registriert. Auch alle Recherchetätigkeiten im Internet oder in anderen Nachschlagewerken zeichnet das Programm auf. Ein Eye-Tracker registriert zusätzlich die Augenbewegungen. Weiters sind die Versuchspersonen aufgefordert, beim Übersetzen laut zu denken, was ebenfalls aufgezeichnet und anschließend transkribiert wird.

"Um die Kompetenz-Entwicklung der Studierenden besser beurteilen zu können, sind in die Untersuchung auch zehn Profi-ÜbersetzerInnen eingebunden, die dieselben Texte übersetzen wie die studentischen Versuchspersonen", ergänzt die Projektleiterin.

Mit "TransComp" betritt die Wissenschafterin der Uni Graz mit ihrem Team in zweifacher Hinsicht wissenschaftliches Neuland. "Erstens wurde die Entwicklung translatorischer Kompetenz noch nie vom Beginn des Studiums an kontinuierlich bei gleich bleibenden Versuchspersonen mit regelmäßigen Tests überprüft", unterstreicht Göpferich. Das heißt, dass das Forschungsprojekt in drei Jahren erstmals aussagekräftige Ergebnisse zu den Stärken und Schwächen der derzeitigen Übersetzungsausbildung erwarten lässt.

"Und zweitens ist ,TransComp' das erste Projekt aus der Translationsprozess-Forschung, in dem alle erhobenen Daten in anonymisierter Form im Internet zugänglich gemacht werden, so dass sie auch von anderen WissenschafterInnen genutzt und die auf ihnen basierenden Analysen verifiziert werden können."

Von 6. bis 8. April 2009 findet im Rahmen des FWF-Projektes ein internationaler Forschungs-Workshop an der Uni Graz statt. Auf dem Programm stehen Vorträge und Diskussionen führender WissenschafterInnen zur Methodik der Translationsprozess-Forschung, die nicht zuletzt auch durch "TransComp" neue Impulse erfahren wird.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Susanne Göpferich
Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft
Karl-Franzens-Universität Graz
Tel.: +43 (0)316/380-2670
E-Mail: susanne.goepferich@uni-graz.at

Gudrun Pichler | idw
Weitere Informationen:
http://gams.uni-graz.at/fedora/get/container:tc/bdef:Container/get
http://www.uni-graz.at/stage/newswww090403_workshop_transcomp.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Clash of Realities 2017: Registration now open. International Conference at TH Köln

26.07.2017 | Event News

Closing the Sustainability Circle: Protection of Food with Biobased Materials

21.07.2017 | Event News

»We are bringing Additive Manufacturing to SMEs«

19.07.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Oestrogen regulates pathological changes of bones via bone lining cells

28.07.2017 | Life Sciences

Satellite data for agriculture

28.07.2017 | Information Technology

Abrupt motion sharpens x-ray pulses

28.07.2017 | Physics and Astronomy