Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pilotstudie zur Frührehabilitation von CI-Trägern-Informationstage für schwer hörbehinderte Menschen

29.02.2012
Am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V. in Heidelberg läuft in enger Zusammenarbeit mit der HNO-Klinik der Universität Heidelberg die deutschlandweit erste Studie zur Optimierung des Hör- und Sprechtrainings durch Musiktherapie für CI-Träger nach der medizinischen Erstanpassung. Gleichzeitig werden erstmalig drei Informationstage für schwer hörbehinderte Menschen angeboten.

In Deutschland gibt es jährlich ca. 16.000 Neuerkrankungen des Innenohrs, die zu einseitiger oder beidseitiger Ertaubung führen. Die dadurch entstehenden Einschränkungen bei der Teilnahme am alltäglichen Leben sind für normal hörende Menschen kaum vorstellbar.

Eine Behandlungsmöglichkeit stellen Hörschnecken-Prothesen, so genannte Cochlea-Implantate (CI) dar. Ein Cochlea-Implantat ist eine elektronische Innenohrprothese, die Menschen mit Schädigungen des Innenohres ein neues Hören ermöglicht. Das CI übernimmt die ausgefallenen Funktionen des Innenohres. Es leitet elektrische Reize direkt an den Hörnerv.

Nach Abschluss der medizinischen Erstanpassung müssen die Betroffenen das Sprechen und Hören nahezu völlig neu erlernen, da sich das Hören mit dem Cochlea-Implantat deutlich vom normalen Hören unterscheidet. Hörtraining und Sprachtherapie helfen den Patienten, die neuen, ungewohnten Höreindrücke richtig zuzuordnen.

Doch auch wenn ein gutes Sprachverstehen eintritt, bleiben für Patienten immer erhebliche Defizite, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen: Das Hören und Verstehen von Musik und der gefühlsbetonte Sprachausdruck (Prosodie).

Mit dieser Studie verfolgt das DZM in Zusammenarbeit mit der HNO-Universitätsklinik Heidelberg das Ziel , in Ergänzung zu den bereits bestehenden therapeutischen Hilfen, wie z.B. Logopädie, das Hören und Sprechen wieder für die persönliche Emotionalität zu erschließen. D.h. den Weg von der „Computerstimme“ und dem „Frequenzhören“ hin zum spontan-emotionalen Hören und Sprechen zu eröffnen.

Den therapeutischen Ausgangspunkt hierzu bildet der in der Musiktherapie eingesetzte so genannte „frühe“, vorsprachliche Dialog. Kleinkinder erlernen spielerisch in der Interaktion mit ihren Eltern die Grundlage für die spätere verbale Kommunikation.

Über musiktherapeutische Übungen können auch CI-Träger spielerisch ihre Fähigkeiten, Musik und Sprache zu hören und zu verstehen, trainieren. Die Patienten lernen, ihre Stimme als vollwertiges Instrument persönlicher und emotionaler Ausdrucksmöglichkeit zu gebrauchen. Weiterhin sollen sie erlernen, Musik nicht mehr als „lärmend“, sondern (wieder) als schön und ästhetisch zu erleben.

Interessierte CI-Träger können sich informieren unter:
06221 / 83 38 60 oder per E-Mail unter dzm@dzm-heidelberg.de
Damit sich auch Betroffene, d.h. Menschen, die noch kein Cochlea-Implantat tragen, ausführlich informieren können, finden am DZM in Heidelberg zu folgenden Terminen Informationstage statt:
18.04.2012 11.00 – 15.00 Uhr
25.07.2012 11.00 – 15.00 Uhr
07.11.2012 11.00 – 15.00 Uhr
Bei diesen Veranstaltungen stehen fachärztliche, psychologische und musiktherapeutische Experten als Referenten und Gesprächspartner zur Verfügung.
Weitere Informationen und Anmeldung:
Natascha Schettler-Brox, 06221 / 83 38 60
Die Tinnitusambulanz bietet laufend Kompakttherapien für Patienten mit chronischem Tinnitus an. Weitere Informationen für Patienten sind telefonisch erhältlich unter 06221 – 79 63 101 oder per E-Mail unter tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de.

Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger In-stitut) DZM e. V. wurde 1995 in Heidelberg gegründet. Heute ist das DZM das größte musiktherapeutische Forschungsinstitut in Europa und vereint Forschung, Praxis und Lehre unter einem Dach. Das DZM ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Spenden und Forschungsdrittmittel. Am DZM entwickeln und erforschen Musiktherapeuten, Mediziner, Musikwissenschaftler und Psychologen in interdisziplinären Projekten musiktherapeutische und musikmedizinische Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation er-krankter Menschen.

Außer dem Forschungsinstitut gehört eine Tinnitusambulanz zum DZM.

Weitere Informationen:
Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung
(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Ansprechpartner: Natascha Schettler-Brox
Maaßstraße 32/1
69123 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 83 38 60
Telefax: +49 (6221) 83 38 74
E-Mail: dzm@dzm-heidelberg.de

Natascha Schettler-Brox | idw
Weitere Informationen:
http://www.dzm-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kosmische Ravioli und Spätzle

22.05.2018 | Physik Astronomie

Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Markerfreies Verfahren zur Schnelldiagnose von Krebs

22.05.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics