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Pflegeberufe sind besser als ihr Ruf

27.01.2010
Studie am Institut für Public Health und Pflegeforschung soll dabei helfen, gezielte Strategien für eine Imagekampagne zu entwickeln - Befragungen erfolgten in mehreren norddeutschen Städten

Schon jetzt ist auf Grund der demografischen Entwicklung klar: In den nächsten Jahren wird es zu einem erhöhten Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Pflege kommen. Doch die Bewerberzahlen sind rückläufig, obwohl Auszubildende durchaus positiv über ihren zukünftigen Job berichten. Eine Studie der Universität Bremen soll dabei helfen, gezielte Strategien für eine Imagekampagne zu entwickeln.

Häufig fehlt es hierfür an zuverlässigen Zahlen über Berufswünsche und -neigungen der Jugendlichen. Die Studie "Imagekampagne für Pflegeberufe auf der Grundlage empirisch gesicherter Daten" unter der Leitung von Professor Stefan Görres am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen erhebt erstmals brauchbare Zahlen in Norddeutschland. Auftraggeber ist das Norddeutsche Zentrum zur Weiterentwicklung der Pflege (NDZ). Ziel der Studie ist es, Handlungsempfehlungen für eine Imagekampagne für Pflegeberufe zu entwickeln. Im Rahmen der Studie, die von Juni 2009 bis März 2010 erfolgt, werden rund 850 Personen unterschiedlicher Zielgruppen befragt - darunter Schüler aus allgemeinbildenden Schulen, deren Eltern und Lehrer, Auszubildende aus Pflegeschulen und Berufsberater aus den norddeutschen Städten Bremen, Hamburg, Hannover, Neumünster, Oldenburg und Schwerin.

Kenntnisse der Befragten entsprechen oft nur Klischees über Pflegeberufe

Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Pflegeberufe zurzeit sowohl für Schüler als auch für deren Eltern ein eher negatives Image haben. Die Motivation zur Wahl eines Pflegeberufes ist derzeit bei Schülern äußerst gering ausgeprägt. Deutliche Unterschiede bestehen bei der Motivation zur Wahl eines Pflegeberufes zwischen den Geschlechtern: Hier stehen 1,9 Prozent Jungen 10,4 Prozent Mädchen aus allgemeinbildenden Schulen gegenüber, die sich potentiell die Wahl eines Pflegeberufes für sich vorstellen können. Die Motivation zur Wahl eines Pflegeberufes differiert auch nach Schultyp. Dabei ziehen 11,4 Prozent der Hauptschüler 5,3 Prozent der Realschüler und lediglich 3,4 Prozent der Schüler aus Gymnasien einen der Pflegeberufe, wie Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege für sich in Betracht. Auch nimmt die Berufswahlneigung für einen Pflegeberuf je nach Tätigkeitsfeld ab. So können sich nur 3,8 Prozent der Schüler den Beruf der Altenpflege vorstellen - gerade in diesem Pflegebereich bestehen aber die größten Personalprobleme. Fehlendes Interesse und fehlende persönliche Voraussetzungen sind die häufigsten Gründe für die ablehnende Haltung. Zudem sind die Schüler insgesamt nur in geringem Maße über Pflegeberufe informiert. Ihre Kenntnisse entsprechen in weiten Teilen bekannten Klischees über Pflegeberufe. Dies gilt insbesondere für die Jungen.

Auszubildende Pflegekräfte haben Spaß an ihrem Job

Anders dagegen das Ergebnis einer Befragung derjenigen, die bereits in Pflegeberufen tätig sind: So würden 94,4 Prozent der im Zuge der Studie befragten Auszubildenden den Pflegeberuf wieder wählen. Viele von ihnen betonen dabei den Spaß und die Freude am Beruf. Und das, obwohl sie nach einem Jahr Ausbildung auch die mit Pflegeberufen verbundenen Belastungen kennen. "Klar ist, dass ohne zusätzliche Bemühungen keine Veränderung der Berufswahlmotivation für Pflegeberufe zu erwarten ist", sagt Professor Stefan Görres vom IPP der Uni Bremen. Politik und Akteure des Gesundheitswesens seien zukünftig stärker als bisher gefragt, vermehrte und gezieltere Bemühungen zur Imagesteigerung vorzunehmen.

Weitere Informationen:
Universität Bremen
Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Prof. Dr. Stefan Görres
Telefon: 0421 218-7443
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de
Jaqueline Bomball/ Aylin Schwanke
Telefon: 0421 218-9672
E-Mail: jbomball@uni-bremen.de
Jaqueline Bomball/ Aylin Schwanke

Meike Mossig | idw
Weitere Informationen:
http://www.public-health.uni-bremen.de/
http://www.uni-bremen.de

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