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Patientensicherheitskultur in Hausarztpraxen

10.08.2011
Studie zu Effekten der Frankfurter Patientensicherheitsmatrix auf die Sicherheitskultur in deutschen Hausarztpraxen – Workshop diskutiert Zwischenergebnisse

Die Sicherheitskultur bestimmt maßgeblich, wie in Arztpraxen mit Fehlern umgegangen wird und somit, wie sicher die Patientenversorgung ist.

In einer Pilotstudie 2008/2009 hat das Frankfurter Institut für Allgemeinmedizin daher ein Selbsteinschätzungsinstrument (Frankfurter Patientensicherheitsmatrix, FraTrix) entwickelt und in Hausarztpraxen getestet. Dabei schätzt das Praxisteam mit FraTrix die eigene Sicherheitskultur und den Umgang mit Patientensicherheit ein. In einem weiteren Schritt werden Maßnahmen festgelegt, die die Versorgung der Patienten noch sicherer machen sollen. Nun wurde in der Hauptstudie untersucht, welche Effekte FraTrix auf das Fehlermanagement der Praxis und ihre Sicherheitskultur hat.

Dieses Projekt wurde als randomisierte, kontrollierte Studie von August 2009 bis Juli 2011 durchgeführt. Es konnten 60 Hausarztpraxen für die Teilnahme gewonnen werden, davon haben 57 Praxen die Studie erfolgreich beendet. Von diesen Praxisteams haben 27 mit FraTrix gearbeitet, 30 Teams nahmen als Kontrollgruppe an der Studie teil.

Im Juni 2011 wurde im Gästehaus der Universität Frankfurt die Phase der Datenerhebung in einer feierlichen Veranstaltung mit den Praxisteams abgeschlossen. Aus 13 Praxen waren Teammitglieder gekommen, die über die aktuell vorliegenden Ergebnisse informiert wurden. Als besonderer Gast war Prof. Dianne Parker aus Manchester eingeladen, die über Sicherheitskultur und ihre Bedeutung für die Patientenversorgung sprach. Dabei stellte sie das Vorbild für FraTrix, das Manchester Patient Safety Framework, vor und berichtete den Teilnehmern, wie dieses Instrument entwickelt worden ist. Die Hausärzte und -ärtinnen und Medizinischen Fachangestellten konnten dann aber auch selbst aktiv werden: Sie diskutierten konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Patientensicherheit, insbesondere eigene Erfahrungen und Erfolge bei der Einführung und Umsetzung. So ging es um die Über- und Weitergabe von Informationen über unerledigte Aufgaben innerhalb der Praxis oder um das Notfallmanagement in der Praxis. Mit einem Umtrunk und Buffet endete die Veranstaltung.

Alle Praxen erhielten an diesem Tag einen individuellen Bericht über ihre Ergebnisse hinsichtlich Patientensicherheitsindikatoren und Sicherheitsklima. Das Projektteam arbeitet derzeit an der Datenauswertung. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden diese veröffentlicht. Diese Hauptstudie wie auch die Pilotstudie wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

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