Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Passgenau zum Europameister

13.02.2013
Bewegungswissenschaftler der TU Chemnitz untersuchten die Fußballspiele der Fußball-Europameisterschaft 2012 und legen nun die Auswertung vor

Als im vergangenen Sommer bei den meisten Fernsehzuschauern die Fanschals wehten, begann für die Sportwissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz die Arbeit. Alle 31 Partien der Fußball-Europameisterschaft wurden genau analysiert, nach fünf Monaten aufwändiger Auswertung liegen die Ergebnisse vor.

Die Resultate können zum Beispiel für Sportschuhhersteller zur Optimierung der Materialbeschaffenheit in den einzelnen Fußzonen von großem Interesse sein. "Wir haben alle Spiele digitalisiert und analysiert, um herauszufinden, welches Körperteil am meisten zum schnellen und kurzen Passen oder zum Überbrücken großer Entfernungen eingesetzt wird - und mit welchem Erfolg", erklärt Christian Mitschke von der Professur Bewegungswissenschaft der TU Chemnitz und resümiert: "Besonders treffsicher zeigt sich bei allen Mannschaften die Fußinnenseite bei flachen Pässen. Sie machen deshalb auch 64 Prozent aller Pässe aus, gefolgt von Innen- und Vollspann."

Die Sportwissenschaftler untersuchten Passlängen und -höhen, zudem das Körperteil, das zum Passen genutzt wurde, wie Fußinnenseite oder Kopf. Besonderes Augenmerk wurde auch auf den Europameister Spanien gelegt - die Wissenschaftler interessierte, welche Besonderheiten beim Passspiel das Team zum Titel führte. Die Krönung der Mannschaft durch die Medien zum "Passkönig" wird durch die Spielanalyse verifiziert:

"Spanien spielte in Sturm und Mittelfeld die meisten Pässe und hat mit insgesamt 88,2 Prozent die beste Passquote. In der Abwehr hingegen liegen das Team im Gesamtvergleich bei der Passquote zwei Plätze hinter Deutschland auf dem fünften Rang. Meist wird bei den Spaniern versucht, die Abwehr schnell zu überbrücken und ins Mittelfeld zu kommen", erklärt Mitschke.

Auch das Passverhalten in unterschiedlichen Zeitabschnitten eines Spiels war relevant für die Bewegungswissenschaftler. Beim Vergleich der Spielabschnitte von Minute 1 bis 15 sowie 75 bis 90, fällt die gesunkene Passanzahl in Abwehr und Mittelfeld sowie ein Anstieg im Sturm ins Auge, zudem nehmen die mit der Innenseite (flach und kurz) und dem Vollspann gespielten hohen und langen Pässe zu. "Das könnte mit dem Druck erklärt werden, im letzten Spielabschnitt noch ein Tor erzielen zu müssen, weshalb der Ball hoch und weit aus der Abwehr nach vorn geschlagen wird oder in Führung liegend sich den Ball in der Abwehr sicher zugespielt wird", sagt Christian Mitschke.

Zwischen den europäischen Nationalteams gibt es laut Christian Mitschke einen Unterschied im Passsystem sowie ein Gefälle im Passniveau. "Insgesamt steigt die Passgenauigkeit der Spiele zur KO-Runde noch mal ein wenig an", sagt er und ergänzt: "Jedes Team hat aufgrund seiner taktischen Ausrichtung sein individuelles Passverhalten."

Kontakt zu Christian Mitschke für weitere Details und alle Grafiken der Spielanalyse: Telefon 0371 531-32196, E-Mail christian.mitschke@hsw.tu-chemnitz.de

Technische Universität Chemnitz
Pressestelle
Katharina Thehos, Wissenschaftsredakteurin
Straße der Nationen 62, Raum 109
D-09107 Chemnitz
Phone ++49/371/531-32146
Fax ++49/371/531-10049
katharina.thehos@verwaltung.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik