Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Passagiere wünschen sich minimal-invasive und effektivere Sicherheitskontrollen an Flughäfen

07.01.2014
Wenngleich Security Scanner in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert wurden, würden rund 63% der Flugreisenden in Deutschland deren Einführung gut heißen; unter Passagieren, die erste Erfahrungen mit Security Scannern bspw. in Amerika gemacht haben, sprechen sich sogar 73% für diese Kontrolltechnik aus.

Denn die Mehrheit der Fluggäste bevorzugen technologie-basierte vor den invasiven manuellen Maßnahmen wie bspw. dem Abtasten im Rahmen der Luftsicherheitskontrollen (53% vs. 17%).

Auch weitere Gründe sprechen laut einer aktuellen Umfrage der EBS Business School mit über 1.500 Passagieren für die (Weiter-)Entwicklung und den Einsatz innovativer Detektionstechnologien an Flughäfen.

Sicherheit – oder vielmehr das Sicherheitsgefühl – steht bei Fluggästen an erster Stelle. So ist das Sicherheitsgefühl 97% der Befragten im BDL Verbraucherreport 2013 wichtig bis sehr wichtig. Laut einer aktuellen Umfrage der EBS Business School im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts „Sicherheit im öffentlichen Raum“ (SIRA) fühlt sich eine deutliche Mehrheit der Fluggäste (83%) beim Fliegen sicher bis sehr sicher.

Dies führen 72% der Befragten nicht zuletzt auf die Luftsicherheitskontrolle zurück, die laut 77% der Teilnehmer Schutz vor bekannten Bedrohungen leistet. Auch befinden 65% der Befragten, dass weniger Luftsicherheitskontrollmaßnahmen die Sicherheit beim Fliegen deutlich verschlechtern würde. So wundert es nicht, dass rund 85% die heutigen Maßnahmen akzeptieren. Dennoch gilt es, die heutige Luftsicherheitskontrolle hinsichtlich Sicherheit, Kundenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit vor dem Hintergrund neuer technologischer Alternativen kritisch zu hinterfragen.

In chemischen oder toxischen Substanzen sowie flüssigen Sprengstoffen sehen die Befragten ein signifikant höheres Risiko einer Gefährdung ihrer Sicherheit im Flugzeug als bei festen Sprengstoffen oder Schusswaffen; spitzen oder stumpfen Gegenständen wird das geringste Bedrohungspotential zugemessen. Damit entspricht die Einschätzung der Passagiere der von Luftsicherheitsexperten. Dennoch werden bis dato kaum neue Detektionstechnologien eingesetzt, die eine Identifikation der Substanzen erlaubt, die bekannte Bedrohungen für den Luftverkehr darstellen.

Das Sicherheitsgefühl (sowie die Akzeptanz) leiden hierunter: Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Passagiere, die ein signifikant geringes Vertrauen in die aktuelle Luftsicherheitskontrolle haben, sich beim Fliegen auch signifikant unsicherer fühlen.

Um vor dem Hintergrund neuer Bedrohungsszenarien das Sicherheitsniveau – und damit implizit das Sicherheitsgefühl – zu halten, bedürfte es nach heutiger Ausstattung der Luftsicherheitskontrollstelle ein Abtasten aller Passagiere. Dies ist weder im Interesse der Luftverkehrswirtschaft noch im Interesse der Reisenden. So beklagen rund 40% der Befragten – insbesondere beruflich Reisende und Vielflieger – einen Zeitverlust durch die Luftsicherheitskontrollmaßnahmen. 57% ist es wichtig, dass weniger manuelle Nachkontrollen durchgeführt werden – ein zeitintensiver und invasiver Prozess. Insgesamt ist der Wunsch nach mehr technologie-basierten Kontrollen im Kontrast zu manuellen Maßnahmen deutlich (53% vs. 17%).

Durch den Einsatz innovativer und detektionsstarker technologie-basierter Kontrollmaßnahmen – wie bspw. Security Scannern – könnte die Kundenzufriedenheit in dreifacher Hinsicht gesteigert werden: Die Luftsicherheitskontrolle wäre minimal-invasiv (der Schutz der Privatsphäre ist, nach Sicherheit und Vertraulichkeit persönlicher Daten, den Befragten bei der Kontrolle am wichtigsten). Damit einhergehend wäre die Kontrolle effizienter und weniger zeitintensiv. Und letztlich würde eine Steigerung der Effizienz auch zu geringeren Sicherheitskosten führen, die der Fluggast de facto – wenn auch unbewusst – bezahlt. (Die Kosten für Sicherheit an europäischen Flughäfen sind von 8% der operativen Kosten vor 9/11 auf durchschnittlich 27% in 2012 gestiegen.)

Es wundert daher nicht, dass 63% der befragten Flugreisenden die Einführung von Security Scannern an Flughäfen gutheißen; unter Passagieren, die bereits erste Erfahrung mit dieser technologie-basierten Kontrollmaßnahme sammeln konnten, sprechen sich sogar 73% für eine Einführung aus. Bereits heute ist die gemessene Akzeptanz für Security Scanner bei 65% hoch (gegenüber 13% mit ablehnender Haltung); bei Befragten mit Security Scanner-Erfahrung ist eine Akzeptanz bei mehr als 77% gegeben (gegenüber 8% mit ablehnender Haltung).

„Damit die Luftverkehrswirtschaft auch in Zukunft erfolgreich im Spannungsfeld von Sicherheit, Kundenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit operieren kann, muss die Luftsicherheitskontrolle sowohl technologisch aufgerüstet als auch prozessual überdacht werden,“ sagt Dr. Christoph Georgi vom Fachbereich Security & Innovation der EBS Business School. „Effektive und effiziente Sicherheitskontrollen sind im Sinne aller Beteiligten. Denn die steigende Komplexität der Sicherheitssysteme führt nicht nur zu steigenden Kosten für das Verkehrsmittel Flugzeug – die letztlich der Passagier zu tragen hat. Auch die Kundenzufriedenheit leidet maßgeblich unter immer restriktiveren, invasiveren und zeitaufwendigeren Kontrollmaßnahmen. Daher ist es im Interesse aller Beteiligten technologie-basierte Lösungen (wie bspw. Security Scanner) zu implementieren, um die Luftsicherheitskontrolle in Zukunft minimal-invasiv und effizient zu gestalten – bei gleichbleibend hohem Sicherheitsniveau.“

Die Umfrage ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts Sicherheit im öffentlichen Raum (SIRA), in dem die EBS Business School in Oestrich-Winkel sich intensiv mit der Gestaltung und Akzeptanz von Luftsicherheitskontrollmaßnahmen auseinander setzt. Für die Umfrage wurden im Zeitraum vom 26. Juni bis 2. Juli 2013 1.540 Personen befragt.

Weitere Informationen:

Dr. Christoph Georgi
Forschungsdirektor Security & Innovation
Strascheg Institute for Innovation & Entrepreneurship (SIIE)
EBS Business School, EBS Universität für Wirtschaft und Recht
Tel.: 0611 7102 2067
E-Mail: christoph.georgi@ebs.edu

Andreas Fritz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ebs.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016 | Förderungen Preise

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik