Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Oxytocin reduziert Stresshormone bei streitenden Paaren

08.12.2008
Eine Dosis des Hormons Oxytocin vermindert bei sich streitenden Paaren das Stresshormon Cortisol. Zudem verstärkt Oxytocin das positive Verhalten, wie Forscherinnen und Forscher der Universität Zürich herausgefunden haben. Die Studie der Psychologin Beate Ditzen ist in der Fachzeitschrift "Biological Psychiatry" erschienen.

Verschiedene Studien in den letzten Jahren haben wiederholt gezeigt, dass das Hormon Oxytocin im Gehirn von Säugetieren - und damit auch von Menschen - die Regulation des Sozialverhaltens mitbestimmt. Beate Ditzen vom Psychologischen Institut der UZH hat nun zusammen mit Kollegen der Universität Zürich das Hormon speziell in Bezug auf das Verhalten in Partnerschaften untersucht.

Die Wissenschaftler baten 47 Paare im Alter zwischen 20 und 50 Jahren, im Labor über ein für sie typisches Konfliktthema zu streiten. Vor dieser Konfliktdiskussion erhielten die Paare entweder das Hormon Oxytocin oder Placebo als Nasenspray verabreicht. Das Verhalten der Paare wurde per Video aufgezeichnet und mithilfe eines Kodiersystems analysiert. Ausserdem wurde das Stresshormon Cortisol bei beiden Partnern wiederholt im Speichel gemessen, um die psychobiologische Stressreaktion auf den Konflikt zu erfassen.

Beate Ditzen und Kollegen werteten nun das positive Verhalten wie z. B. Zuhören, Bestätigen oder Lachen während des Konflikts im Verhältnis zum negativen Konfliktverhalten wie Unterbrechen, Kritisieren oder Abwerten aus. "Paare, die Oxytocin erhalten hatten, schnitten signifikant positiver ab als Paare mit Placebo", fasst Beate Ditzen das Resultat zusammen. Oxytocin verlängerte die Dauer des positiven Verhaltens im Verhältnis zum negativen Verhalten. Zudem waren auch die Cortisolwerte der Paare, die Oxytocin erhalten hatten, nach dem Konflikt niedriger als diejenigen der Placebo-Gruppe.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Oxytocin als neuronaler Mechanismus das Verhalten und die Stressreaktion bei Partnerschaften beeinflussen kann. Auch die Resultate einer früheren Studie, wonach Zärtlichkeit im Alltag von Paaren die Cortisolwerte vermindert, könnten auf die Wirkung von Oxytocin im Gehirn zurückzuführen sein. "Oxytocin ist damit ein möglicher biologischer Kandidat, der erklären könnte, warum Partnerschaften sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken", erläutert Beate Ditzen.

Originalbeitrag:
Beate Ditzen, Marcel Schär, Barbara Gabriel, Guy Bodenmann, Ulrike Ehlert, Markus Heinrichs: Intranasal Oxytocin Increases Positive Communication and Reduces Cortisol Levels during Couple Conflict. Biological Psychiatry, doi:10.1016/j.biopsych.2008.10.011
Kontakt:
Dr. Beate Ditzen, Universität Zürich, Institut für Psychologie, Klinische Psychologie & Psychotherapie
Tel.: +41 44 635 7365
E-Mail: b.ditzen@psychologie.uzh.ch

Beat Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uzh.ch/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik