Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optimisten: Gehirn lehnt negative Gedanken ab

10.10.2011
Vorhersagen und Wahrscheinlichkeit werden gegeneinander abgewogen

Ein Grund dafür, warum Optimisten auch dann noch eine positive Haltung besitzen, wenn sie mit dem Gegenteil konfrontiert werden, haben Wissenschaftler des University College London erforscht. Die in Nature Neuroscience veröffentlichte Studie legt nahe, dass das Gehirn sehr gut darin ist, positive Nachrichten über die Zukunft zu verarbeiten. Von manchen Menschen wird alles Negative einfach ignoriert. Sie behalten ihre positive Sichtweise einfach bei.

100.000 Frauen analysiert

Das Team um Tali Sharot schreibt, dass sich Optimismus sehr positiv auf die Gesundheit auswirkt. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Erhebung, für die die Daten von fast 100.000 Frauen ausgewertet wurden. Optimistinnen verfügten über ein deutlich geringeres Risiko einer Herzerkrankung oder eines Herztodes. Sharot betont allerdings, dass das Problem darin besteht, dass Risiken unterschätzt werden.

Rund 80 Prozent der Menschen sind Optimisten. Das gilt auch dann, wenn sie sich selbst gar nicht so bezeichnen. Das Team beurteilte 14 Personen nach dem Ausmaß ihres Optimismus und führte anschließend Tests in einem Gehirnscanner durch. Jeder der Teilnehmer wurde gefragt, wie wahrscheinlich 80 verschiedene schlimme Ereignisse eintreffen. Dazu gehörten eine Scheidung oder eine Krebserkrankung.

In einem nächsten Schritt wurde ihnen gesagt, wie wahrscheinlich in diese Ereignisse in Wirklichkeit waren. Am Ende der Sitzung wurden sie ersucht, die Wahrscheinlichkeit dieser Ereignisse erneut zu beurteilen. Es gab einen deutlichen Unterschied in der Bewertung von Optimisten, je nach dem ob es in Wirklichkeit gute oder schlechte Nachrichten waren. Laut Sharot liegt ihr Risiko einer Krebserkrankung bei 30 Prozent. Nahm ein Patient an, dass das Risiko bei 40 Prozent lag, reduzierte sie am Ende der Sitzung das persönliche Risiko auf rund 31 Prozent. Wurde ursprünglich von einem Risiko in der Höhe von zehn Prozent ausgegangen, erhöhte es sich nur marginal.

Warnbotschaften funktionieren nur selten
Waren die Nachrichten positiv, verfügten alle Teilnehmer über mehr Aktivität im Frontallappen des Gehirns. Dieser Bereich wird mit dem Verarbeiten von Fehlern in Zusammenhang gebracht. Bei negativen Neuigkeiten hatten die größten Optimisten die geringste Aktivität in diesem Bereich des Gehirns. Bei den größten Pessimisten war die Aktivität am größten. Das legt nahe, dass das Gehirn auswählt, auf welche Aussagen es hört.

Laut Sharot funktionieren Botschaften wie "Rauchen tötet" nicht, weil die Menschen davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung gering ist. "Die Scheidungsrate liegt bei 50 Prozent. Trotzdem gehen die Menschen nicht davon aus, dass das auch für sie gilt. Es gibt im Gehirn eine grundlegende Verzerrung." Chris Chambers von der of Cardiff University http://cardiff.ac.uk zufolge bestätigen diese Forschungsergebnisse, was immer offensichtlicher wird - und zwar, dass das Treffen von Entscheidungen darin besteht, Vorhersagen und Wahrscheinlichkeit einander gegenüberzustellen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://ucl.ac.uk
http://nature.com/neuro

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

23. VDMA-Arbeitsberatung „Engineering und Konstruktion“ am 2. März 2017 an der TH Wildau

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen

28.02.2017 | Automotive

Seltene Proteine kollabieren früher

28.02.2017 | Biowissenschaften Chemie