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Onlinestudie zu Business-Netzwerken - Was das Profilbild erzählt

09.01.2012
Starker Chef oder sensible Chefin?

Die Wirkung von Profilbildern bei Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn beschäftigt den Lehrstuhl Sozialpsychologie, Medien und Kommunikation an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Solche Plattformen werden auch unter Akademikern immer beliebter. Sie zeigen u.a. den eigenen Lebenslauf und virtuelle Kontakte. Das Team um Prof. Dr. Nicole Krämer untersucht, ob gleiche Informationen unterschiedlich bewertet werden, wenn sie mit einem Männer- oder einem Frauenporträt versehen sind.

„Uns interessiert der Einfluss des Geschlechts bei den dargestellten Personen – nicht zuletzt, weil die ungleiche Repräsentation von Frauen in Führungspositionen so heiß diskutiert wird“, so die Projektmitarbeiterinnen Sabrina Eimler und Sabrina Sobieraj. In einem Online-Experiment wurden dazu das Geschlecht und der Attraktivitätsgrad der Netzwerker verändert. Um die Gesichtsmerkmale systematisch kontrollieren zu können, verwendete die Forschergruppe virtuelle Gesichter, die zuvor in einem Vortest ausgewählt worden waren.

Die 150 Teilnehmer, die die Profile bewerten sollten, waren meistens nicht objektiv. Den dargestellten Männern sprachen sie allgemein einen größeren Freundeskreis zu und weniger Interesse an der Familie als den Frauen. Trotz des gleichen Werdegangs schrieben sie diesen häufiger Eigenschaften aus dem weiblichen Rollenstereotyp zu, z.B. Abhängigkeit, Empfindsamkeit, Toleranz oder Intuition. Bei den Männern waren es eher instrumentelle Eigenschaften der klassischen Führungsrolle, z.B. Karriereorientierung, Hartnäckigkeit, Risikobereitschaft oder Selbstbewusstsein.

Gutes Aussehen ist vorteilhaft: Attraktive Personen wurden als beliebter eingeschätzt. Allerdings wirken sich weder Attraktivität noch Geschlecht auf den Marktwert bei der Jobsuche aus. Es gab keine Unterschiede bei der Frage, wie gut die Einstellungschancen für eine ausgeschriebene Stelle sind. Hier zählte allein der Lebenslauf. „Doch insgesamt zeigt die Studie, dass die gleiche Profilinformation beim Betrachter unterschiedliche, mit den Geschlechterstereotypen konforme Zuschreibungen hervorruft. Das ist vor dem Hintergrund von Chancengleichheit kritisch zu sehen. Anonyme Profile könnten hier ein Lösungsansatz sein“, resümiert Professorin Krämer.

Weitere Informationen:
Sabrina Eimler, Tel. 0203/379-3597, sabrina.eimler@uni-due.de

Katrin Koster | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

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