Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Olivenöl schützt die Leber

29.10.2010
Forscher finden antioxidative Wirkung bei Vergiftungen

Wer häufig Olivenöl zu sich nimmt, schützt damit seine Leber vor Vergiftungen.

Das behaupten zumindest tunesische Forscher im Open Access-Journal "Nutrition and Metabolism" von BioMed Central.

"Natives Olivenöl extra und seine Extrakte haben viele gesundheitlichen Vorteile. Wir konnten nun zeigen, dass dazu auch der Schutz des Lebergewebes vor oxidativem Schaden gehört", berichtet Studienleiter Mohamed Hammami von der Universität Monastir.

Die Hinweise stammen bislang erst aus dem Tierversuch. Die Forscher verabreichten Ratten über längere Zeit entweder kaltgepresstes Olivenöl, Extrakte von dessen wasser- oder fettlösenden Teilen oder jedoch kein Olivenöl und setzten sie einem gängigen Herbizid (2,4-D)aus.

Alle Tiere erlitten in Folge Leberschäden. Allerdings waren sie bei denen, die sich zuvor von Olivenöl oder dessen wasserlöslichen Teilen ernährt hatten, weniger stark ausgeprägt, und die antioxidative Aktivität war höher. "Scheinbar schützt also der wasserlösliche Teil des Olivenöls das Lebergewebe bei oxidativem Stress durch Toxine. Zur Klärung der genauen Wirkung braucht es jedoch noch weitere Untersuchungen", gibt Hammami zu bedenken.

Kein bekanntes Leberheilmittel

Olivenöl ist kein etabliertes Lebensmittel bei Lebererkrankungen, betont Holger Hoffmann von der Deutschen Leberhilfe im pressetext-Interview. "Für eine funktionierende Leber ist gesunde und vielseitige Ernährung wichtig, wozu auch Olivenöl zählen kann", so der Experte. Zu Entgiftungskuren, die Gallensteine mit Olivenöl, Salz und Grapefruit austreiben wollen, gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. "Studien zeigen, dass die grünlichen Ausscheidungen keine Gallensteine sind, wie oft vermutet wird. Wer es dennoch versucht, sollte zuvor Rücksprache mit dem Arzt halten."

Vergiftungen der Leber gehen in über 30 Prozent der Fälle auf Alkohol zurück, jedoch auch Nikotin, Drogen oder unsachgemäße Medikamenteneinnahme können die größte Drüse des Körpers schädigen. In Diskussion für schützende Wirkung sind derzeit Antioxidantien, Vitamin D, Spurenelemente wie Zink und Selen oder auch der in der Mariendistel enthaltene Wirkstoff Silymarin. "Letzterer scheint zumindest bei toxischen Vergiftungen wie etwa des Knollenblätterpilzes zu wirken", erklärt Hoffmann.

Originalstudie unter http://www.nutritionandmetabolism.com/content/7/1/80

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.um.rnu.tn
http://www.leberhilfe.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie