Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ohne Hilfe ist der Untere Jordan im Jahr 2011 verschwunden

18.05.2010
Israel und Jordanien werden zum Handeln aufgefordert

Eine neue Studie der Umweltorganisation Friends of the Earth Middle East (FoEME) kommt zu dem aufrüttelnden Ergebnis, dass vom ursprünglichen Flussvolumen des Jordans nur noch 2% übrig sind.

Der „heilige“ Fluss im Nahen Osten droht auszutrocknen. Was den Unteren Jordan noch am Leben hält sind ungeklärte Abwässer, Oberflächenwasser aus der Landwirtschaft und Salzwasser, das aus Salzwasserquellen nahe dem See Genezareth in den Jordan gelenkt wird. 50% der Biodiversität des Flusses sind bereits zerstört.

Der einst wasserreiche Jordan floss jahrtausendelang vom See Genezareth in das Tote Meer und stellte ein wichtiges Feuchtgebiet für einheimische Arten sowie für über 500 Millionen Vögel dar, die zweimal jährlich auf ihrem Vogelzug diesen schmalen Korridor entlang fliegen. In ihrer einzigartigen Studie untersuchte FoEME welche Menge an Wasser nötig ist, um den Jordan wieder herzustellen und welche Wassereinsparpotentiale in den angrenzenden Ländern Israel, Palästina und Jordanien realisierbar sind.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass jährlich mindestens 400-600 Millionen Kubikmeter (MKM) Wasser im Jordan fließen müssen, damit der Fluss samt seiner Flora und Fauna überleben. Dieses Wasser muss zu mindestens 75% aus Süßwasser bestehen und darf höchstens 25% Abwässer enthalten. Zusätzlich muss das Flussbett des Jordan zumindest einmal im Jahr überschwemmt werden, um den hohen Salzgehalt im Wasser zu reduzieren und so die Qualität des Wassers für den Erhalt der Artenvielfalt zu verbessern. Das Wasser darf also nicht am Alumot-Damm am südlichen Teil des Sees Genezareth zurückgehalten werden. Laut Gidon Bromberg, Israelischer Direktor von FoEME, zeigt die Studie außerdem, dass es ökonomisch betrachtet günstiger ist, Wasser einzusparen, als beispielsweise teure Meerwasserentsalzungsanlagen zu bauen.

Doch wie kann Wasser eingespart werden? Wasser ist besonders in Israel stark subventioniert und der Wasserpreis für die Haushalte, Industrie, Tourismus und die landwirtschaftliche Nutzung muss erhöht werden. Außerdem gibt es Einsparpotentiale durch die verstärkte Nutzung von Grauwasser (fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser, wie es etwa beim Duschen, Baden oder Händewaschen anfällt) für Bewässerung und Klospülung, effizientere Bewässerungsmethoden sowie die Entwicklung von Regenwasserauffangtechniken. Diese Maßnahmen sollen durch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für einen niedrigeren Wasserverbrauch im Alltag begleitet werden. Ein intakter Jordan hat aufgrund seiner geschichtlichen und religiösen Bedeutung hohes Potential für einen umwelt- und sozialverträglichen Tourismus. Auch das bei deutschen Urlaubern beliebte Tote Meer verliert seinen wichtigsten Zufluss und sinkt jährlich um mindestens 80 Zentimeter.

FoEME, ein israelisch-palästinensisch-jordanischer Umweltverband bekräftigt, dass es wider besseren Wissens und Vernunft ist, ein so wichtiges Ökosystem wie einen Fluss zu vernichten und zu denken, dass dies keine negativen Folgen für die Region haben wird. Die jeweiligen Regierungen und regionalen Entscheidungsträger sind aufgefordert, sich an der Rettung des Jordan zu beteiligen. Auf der Jordan River Rehabilitation Conference vom 3. - 4. Mai 2010 im jordanischen Amman wurden die Ergebnisse der Studie vor 180 regionalen und internationalen Experten, Regierungsvertretern und anderen Entscheidungsträgern aus Jordanien, Israel und Palästina vorgestellt und diskutiert. Dies war ein erster gemeinsamer Schritt in die richtige Richtung.

Hintergrund

Die Studien von Friends of the Earth Middle East (FoEME) wurden in Kooperation mit dem Global Nature Fund (GNF) verfasst und durch eine Finanzierung der Stiftung Ursula Merz ermöglicht. FoEME vertritt das Tote Meer im internationalen Seennetzwerk Living Lakes. Das vom GNF gegründete Netzwerk setzt sich für den Schutz der Seen und eine nachhaltige Entwicklung in den Seenregionen ein und wird hierbei auch von weltweit tätigen Unternehmen wie der Daimler AG, der Deutschen Lufthansa, Telekom, Sika, Reckitt Benckiser und Osram unterstützt.

Mehr Informationen unter: www.globalnature.org/Renaurierung_Jordan_Studienergebnisse

Kontakt:
Marion Hammerl
Global Nature Fund (GNF)
Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell, Deutschland
Tel.: 0 77 32 - 99 95 – 45
Fax: 0 77 32 - 99 95 – 88
E-Mail: hammerl@globalnature.org

Marion Hammerl | Global Nature Fund (GNF)
Weitere Informationen:
http://www.globalnature.org
http://www.globalnature.org/Renaurierung_Jordan_Studienergebnisse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie