Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Öko-Konsum basiert auf Gewissen und Geld

31.03.2009
Zwei-Stufen-Modell zur Adaption umweltfreundlicher Innovationen

Um den Absatz umweltfreundlicher Waren zu fördern, sollte die Politik sowohl auf Informationskampagnen als auch auf spätere finanzielle Anreize setzen.

Zu diesem Schluss kommen Forscher vom Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena sowie vom Züricher Institute for Environmental Decisions. Auf Grundlage der Diffusionsforschung sowie Erkenntnissen der psychologischen Motivationsforschung beschrieben sie in einem Modell, was Menschen zu ökologischem Konsumverhalten motiviert.

Während Innovationen zuerst eine kleine Gruppe ökologisch Interessierter ansprechen, braucht es für die höhere Verbreitung positive oder negative politische Anreize, die jedoch zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden müssen. Dieses Modell wurde mit den Ergebnissen einer Befragung von 1.500 potenziellen Schweizer Autokäufern abgeglichen. Vermutlich ließen sich einige Argumente aber ebenso auf andere Konsumgüter wie etwa Haushaltsprodukte übertragen, so die Forscher.

Vorreiter für den Kauf umweltfreundlicher Innovationen sind Menschen mit ökologischer Grundeinstellung, die sich etwa in der grundsätzlichen Zustimmung zu Benzinpreiserhöhungen oder zu Abgaben für kraftstoffintensive Autos zeigt. "Diese Gruppe macht mit etwa vier bis acht Prozent einen kleinen Teil der befragten Autokäufer aus. Dennoch ist sie für die Politik wichtig, da sie den technischen Fortschritt vorantreibt und entscheidend zur Meinungsbildung beiträgt", so Studienleiterin Julia Sophie Wörsdorfer im pressetext-Interview. Zur Förderung dieses Verhaltens sei es wichtig, leichte Verfügbarkeit entsprechender Informationen sowie Transparenz durch Energieetiketten sicherzustellen.

Um einen größeren Teil der Bevölkerung für umweltfreundliches Kaufverhalten anzusprechen, komme die Politik jedoch nicht umhin, darüber hinaus spezielle Anreize zu bieten, so Wörsdorfer. "Dabei gibt es Menschen, die auf positive finanzielle Anreize reagieren, sowie solche, die erst dann ihr Verhalten ändern, wenn sie Nachteile etwa durch die Einführung von Abgaben zu spüren bekommen." Dieses politische Signal habe auch für ökologisch Motivierte Bedeutung. "Es gibt ihnen das wichtige Gefühl, nicht allein zu sein, und bestätigt sie in ihrem Tun", berichtet Wörsdorfer.

Dennoch sei davor zu warnen, die Anreize zu einem falschen Zeitpunkt zu geben. "Geschehen sie zu früh, können sie das Handeln der ersten Käufergruppe untergraben und umweltfreundliches Verhalten im Ergebnis sogar reduzieren." Eine zweistufige Strategie sei daher zu bevorzugen, die finanzielle Anreize erst dann einsetzt, sobald gesellschaftliche Akzeptanz hergestellt ist, so die Volkswirtin.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.econ.mpg.de
http://www.ied.ethz.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive