Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Biomarker ermöglicht genauere Bestimmung der Fertilität des Mannes

25.01.2013
Aktuelle Studie belegt unmittelbare Korrelation der Protamin-mRNA-Ratio mit der Befruchtungsfähigkeit von Spermien – Publikation der zentralen Ergebnisse in der führenden Fachzeitschrift Human Reproduction

In einer umfangreichen vom September 2010 bis zum Februar 2012 durchgeführten Multi-Center-Studie kann das Wissenschaftlerteam um Prof. Klaus Steger, Leiter des Bereichs Molekulare Andrologie am Biomedizinischen Forschungszentrum Seltersberg (BFS) der Justus-Liebig-Universität sowie des TransMIT-Projektbereichs für männliche Fertilität, die Protamin-mRNA-Ratio als verlässlichen Biomarker für die Befruchtungsfähigkeit von Spermien identifizieren. Damit ergeben sich neue Perspektiven für innovative Testverfahren und Diagnostik im Bereich der Reproduktionsmedizin.

Protamine sind kleine Eiweißverbindungen in den Zellkernen der Spermien, die beim Menschen in den Varianten Protamin-1 und -2 vorkommen. Weicht das Mengenverhältnis von Protamin-1 und -2 bei einem Mann vom Normwert ab, liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Störung der Zeugungsfähigkeit vor. Dementsprechend sinkt auch die Aussicht auf eine erfolgreiche Befruchtung im Falle einer geplanten in-vitro-Fertilisation (IVF) oder intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) deutlich.

Bereits in zahlreichen vorangegangen Studien konnte eine Korrelation zwischen der männlichen Infertilität und einer abweichenden Protamin-Ratio nachgewiesen werden. Die nun vorliegende Studie zeigt auf der Basis einer großen Patientengruppe, dass die Protamin-mRNA-Ratio eine klare Unterscheidung zwischen fertilen und subfertilen Männern erlaubt und ermittelt darüber hinaus entsprechend präzise Skalen der Protamin-mRNA-Ratio bei fertilen und subfertilen Männern.

Die Patientengruppe der Multi-Center-Studie setzt sich aus subfertilen Männern zusammen, deren Frauen zwischen September 2010 und Februar 2012 an einem IVF- oder ICSI-Programm teilgenommen haben. Von den insgesamt 306 Patienten unterzogen sich 230 weibliche Partner am Universitätsklinikum München und dem Kinderwunschzentrum Wiesbaden einer ICSI-Behandlung sowie 76 Frauen am Universitätsklinikum Hamburg und der Shanghai Jiaotong University in China einer IVF-Behandlung. Am Universitätsklinikum Gießen fungierten 32 gesunde sogenannte normozoosperme Männer als Kontrollgruppe. Die detaillierten Ergebnisse der Studie wurden in der renommierten Fachzeitschrift Human Reproduction publiziert und können unter http://humrep.oxfordjournals.org abgerufen werden.

„Die Resultate unserer Studie sind nicht zuletzt für die medizinische Praxis relevant“, betont Prof. Klaus Steger. „Die Bestimmung der Fertilisierungswahrscheinlichkeit mit der Protamin-mRNA-Ratio als Prognosemarker kann Paaren im Rahmen einer geplanten künstlichen Befruchtung frühzeitig bei der Entscheidungsfindung helfen. Derzeit am Markt verfügbare Fertilitätstests weisen über Antikörper lediglich die Anwesenheit und teilweise auch die Konzentration von Spermien nach. Die Protamin-mRNA-Ratio erlaubt hingegen zusätzlich eine Prognose zur Fertilisierungswahrscheinlichkeit dieser Spermien.“

Auf der Basis dieser Forschungen wurde von Prof. Steger bereits ein innovativer Fertilitätstest für den Mann entwickelt. FertiSure® ist der erste molekularbiologische Spermientest, der die Befruchtungswahrscheinlichkeit der Spermien überprüft und kann sowohl bei Ejakulatproben als auch bei Hodengewebsproben angewendet werden. Der Labortest wird von Prof. Steger am TransMIT-Projektbereich für männliche Fertilität durchgeführt und ist aufgrund des engen Zeitfensters der Protaminexpression hoch spezifisch und aufgrund der molekularbiologischen Diagnostik hoch sensitiv. Weitere Informationen unter www.fertisure.de.

Die TransMIT GmbH erschließt und vermarktet - mit rund 155 Angestellten - im Schnittfeld von Wissenschaft und Wirtschaft professionell die Potenziale von rund 6.000 Wissenschaftlern von mehreren Forschungseinrichtungen in und außerhalb Hessens. Direkt aus den drei Gesellschafterhochschulen der TransMIT GmbH (Justus-Liebig-Universität Gießen, Technische Hochschule Mittelhessen und Philipps-Universität Marburg) bieten derzeit 144 TransMIT-Zentren innovative Technologien und Dienstleistungen aus den Bereichen Biotechnologie/Chemie/Pharmazie, Medizin und medizinische Technologie, Technik, Kommunikation/Medien/Literatur, Unternehmensführung/Management, Informations- und Kommunikationstechnologie an. Der Geschäftsbereich Patente, Innovations- und Gründerberatung widmet sich der Bewertung (Marktanalyse, Patentrecherche), dem Schutz und der Umsetzung von inter-/ nationalen Innovations- und Wachstumsvorhaben. Das Geschäftssegment Kommunikationsdienste und -netze bietet Dienstleistungen rund um den effizienten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie. Die TransMIT-Akademie führt Weiterbildungsveranstaltungen zu neuen Technologien und Entwicklungen durch. Die TransMIT GmbH hat bei mehreren Rankings im Auftrag verschiedener Bundesministerien jeweils den Platz 1 unter den 21 größeren Technologietransfer-Unternehmen in Deutschland erreicht.

Zu den Kunden der TransMIT GmbH zählen namhafte Unternehmen aus den Branchen Pharma/Medizin, Biotechnologie, Chemie, Automobil, Anlagen- und Maschinenbau, Elektrotechnik, Optik, Informationstechnologie, Neue Medien, Telekommunikation sowie Handel und Dienstleistung. Referenzprojekte sind u.a. das Mathematikmuseum zum Anfassen, H-IP-O (Hessische Intellectual Property Organisation), Aktionslinie hessen-teleworking, Aktionslinie hessen-biotech! sowie das Wissenschaftsportal der European Polymer Federation (EPF). Gegründet wurde die TransMIT GmbH 1996 als Gemeinschaftsprojekt der mittelhessischen Hochschulen, Volksbanken und Sparkassen sowie der IHK Gießen-Friedberg. Sie verfügt über Büros an den Standorten Marburg, Gießen, Friedberg und Frankfurt.

Ansprechpartner bei Rückfragen:
Holger Mauelshagen
Pressesprecher
TransMIT
Gesellschaft für Technologietransfer mbH
Schaumainkai 69
60596 Frankfurt
Telefon: +49 (69) 605046-04
Telefax: +49 (69) 605047-80
E-Mail: holger.mauelshagen@transmit.de
Prof. Dr. rer. nat. Klaus Steger
Biomedizinisches Forschungszentrum
Seltersberg (BFS)
Schubertstr. 81
35392 Gießen
Telefon +49 (641) 99 397 50
Telefax +49 (641) 99 397 59
E-Mail: steger@transmit.de

Holger Mauelshagen | TransMIT GmbH
Weitere Informationen:
http://www.transmit.de
http://www.fertisure.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften