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Neuer Behandlungsansatz gegen mehrere Krebsformen in Sicht

12.11.2009
Entscheidendes Protein kann erstmals unschädlich gemacht werden

Wissenschaftler des Dana-Farber Cancer Institute haben eine Möglichkeit gefunden, ein Protein unschädlich zu machen, das bei Leukämie und anderen Krebsarten eine Schlüsselrolle spielt. Dieser Durchbruch macht Hoffnung auf neue Behandlungsansätze für Krebs und andere Krankheiten. Frühere Versuche dieses Protein zu neutralisieren waren fehlgeschlagen. Führende Experten waren laut BBC zu dem Schluss gekommen, es sei ihm mit Medikamenten nicht beizukommen. Details der aktuellen Studie wurden in Nature veröffentlicht.

Bei dem Protein handelt es sich um einen der Transkriptionsfaktoren des Körpers, der Gene aktiviert und deaktiviert. Darüber hinaus löst es eine genetische Kaskade aus, die kontrolliert, wie Zellen wachsen und sich entwickeln. Sie sind auch beim Wachstum von Tumoren von entscheidender Bedeutung.

Beschädigtes Gen führt zu unkontrolliertem Wachstum

Die aktuelle Studie zielt auf den Transkriptionsfaktor mit der Bezeichnung "Notch" ab. Das für die Entstehung des Proteins entscheidende Gen ist bei Blutkrebs-Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) häufig beschädigt oder verfügt über Mutationen. Als Folge ist das Gen die ganze Zeit aktiviert und führt so zu dem für Krebs charakteristischen unkontrollierten Wachstum von Zellen.

Ähnliche Anomalien bei Notch liegen auch anderen Arten von Krebs zugrunde. Dazu gehören Lungen-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen- und Magen-Darmkrebs. Bei der genauen Untersuchung der Struktur von Notch fand das Team um Greg Verdine eine mögliche Schwachstelle in seiner Struktur. Mit Hilfe modernster Technik formten sie Peptide in spezifische dreidimensionale Formen. Diese "gestapelten" Peptide wurden von den Zellen bereitwillig aufgenommen. Sie sind so winzig, dass sie die Genregulation an bestimmten Positionen verändern können.

Tests bei Mäusen erfolgreich

Nach einigen Versuchen gelang es, ein Peptid zu finden, das die Funktion von Notch stören konnte. Bei Tests mit Mäusen schränkte es das Wachstum von Krebszellen ein. Die Analyse ergab, dass die Aktivität bei Genen unterdrückt wurde, die Notch direkt und indirekt kontrollierten. Verdine berichtete, dass gestapelte Peptide versprechen, die Bandbreite dessen, was als behandelbar gilt, entscheidend zu erweitern.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dana-farber.org
http://www.nature.com

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