Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Technologien bringen den Markt für geothermische Energie auf Wachstumskurs

11.07.2011
Hohe Kosten und Risikofaktoren ausschlaggebend für Marktentwicklung

Im Gegensatz zu anderen diskontinuierlichen erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Solarenergie oder Wellenenergie, können geothermische Kraftwerke Grundlast ins elektrische Energiesystem liefern und sind daher in der Lage, Kohle- oder Kernkraftwerke erfolgreich zu ersetzen.

Die Gewinnung geothermischer Energie ist eine der saubersten derzeit verfügbaren Technologien und kann der Elektrizitätserzeugung dienen, wobei es zu sehr geringer bis gar keiner Emission von Treibhausgasen kommt. Geothermische Energie wird weitgehend aus hydrothermalen Lagerstätten gewonnen, die sich in einer Tiefe von 2 bis 3 km unter der Erdoberfläche befinden. Derartige Lagerstätten sind jedoch nicht überall zu finden und meist auf vulkanisch aktive Gebiete beschränkt.

Laut einer aktuellen Technologie-Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan (http://www.technicalinsights.frost.com) zu geothermischer Energiegewinnung, ist die so genannte hydrothermale Spallation die zukunftsträchtigste Bohrtechnologie, bei der durch heiße Flüssigkeit unter Hochdruck Gestein gespalten und aus dem Bohrloch gespült wird.

„Der Markt für Geothermie steht kurz- und mittelfristig vor einer großen Expansion“, erklärt Technical Insights Research Analyst Tomasz Kaminski von Frost & Sullivan. „Forscher aus diesem Gebiet entwickeln derzeit neue Technologien, die in neuen geothermischen Lagerstätten eingesetzt werden können, wie „Engineered Geothermal Systems“ (EGS), auch Hot-Dry-Rock (HDR) genannt, die eine Stromerzeugung aus geothermischer Energie überall auf der Welt ermöglichen.“

Die größten Schwierigkeiten bei der geothermischen Energiegewinnung entstehen durch die hohen Investitionskosten und den mit der Entwicklung von geothermischen Projekten verbundenen Risiken. Die Bohrung geothermischer Bohrlöcher an sich stellt bereits einen großen Teil der Kosten des gesamten geothermischen Projekts dar. Es handelt sich hierbei außerdem um einen relativ zeitaufwendigen Prozess.

Auf die Genehmigungsverfahren fallen 11 Prozent der Kosten der gesamten geothermischen Projektentwicklung, noch bevor das erste Bohrloch gebohrt werden kann. Der nächste Schritt besteht in der Bohrung, die gewöhnlich 30 Prozent der Gesamtkosten ausmacht. Die Kosten für einzelne Bohrlöcher können Beträge von 5.000.000 Euro erreichen und es sind immer mindestens zwei Bohrlöcher erforderlich. Die für all diese Aktivitäten erforderliche Ausrüstung und am Ende der Bau der oberirdischen Kraftwerksanlagen führen so zu extrem hohen Gesamtkosten.

Eine genaue Erkundung der geothermischen Lagerstätten und die Beschaffung von Informationen über die Eigenschaften der Reservoire sind unabdingbar, bevor mit der Bohrung begonnen werden kann. Die einzige gesicherte Methode, um die erforderlichen Informationen über ein geothermisches Reservoir zu erhalten, ist die Durchführung einer Explorationsbohrung zu den geothermischen Ressourcen. Erst wenn einigermaßen gesichert ist, dass in einer bestimmten Tiefe geothermische Ressourcen mit einer bestimmten Fließrate vorhanden sind, beginnen die meisten Entwickler überhaupt erst mit einer Bohrung. Daher sind Methoden für die geothermische Ressourcenexploration bei der Entwicklung derartiger Projekte von großer Bedeutung.

Weitere Faktoren, die den Markt für Geothermie bremsen, sind der begrenzte Zugang zu Bohranlagen und der Mangel an erfahrenen Fachkräften für die Entwicklung von neuen Technologien zur Nutzung von geothermischer Energie aus Systemen wie EGS.

Ausschlaggebend für die weitere Entwicklung von EGS ist die Reduzierung von Bohrkosten und Bohrdauer. Hydrothermale „Spallation“ erweist sich diesbezüglich als eine vielversprechende Bohrtechnologie, welche die oben angeführten Anforderungen erfüllen könnte. Sie setzt ein kontaktloses Bohrverfahren ein und beseitigt Abnutzung wie sie bei konventionellen Bohrverfahren der Fall ist und erhöht dadurch die Zuverlässigkeit der Anlagen.

Weitere Forschung und Feldversuche sowie der Ausbau der derzeit vorhandenen Demonstrationsprojekte sind erforderlich, um zu gewährleisten, dass der Markt ins Rollen kommt. Investoren und Entwickler aus dem geothermischen Sektor sollten sich darauf konzentrieren, bestehende Technologien zu verbessern und neue Technologien für Tiefbohrungen und die Exploration von geothermischen Reservoirs zu entwickeln.

„Innovative Lösungen in diesen beiden Bereichen sind für die zukünftige Entwicklung des Geothermie-Marktes von entscheidender Bedeutung“, so Kaminski abschließend. „Neue Technologien für Tiefbohrungen in harten Gesteinsschichten können außerdem in der Erdöl- und Erdgasindustrie Anwendung finden, wobei sich vor allem die Richtbohrtechnik für die Extraktion von unkonventionellen Erdgasen als bedeutsam erweisen wird.“

Bei Interesse an weiteren Informationen zu Frost & Sullivans Technical Insights Studie Geothermal Energy Generation: Technology Penetration and Roadmapping wenden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten an Katja Feick - Corporate Communications (katja.feick@frost.com).

Die Studie Geothermal Energy Generation: Technology Penetration and Roadmapping ist Bestandteil des Subskriptionsservices Technical Insights und liefert einen Überblick über das Marktszenario und die wachstumsbestimmenden Faktoren in diesem Markt. Diese Studie basiert auf ausführlichen Interviews mit Marktteilnehmern und bietet detaillierte Technologieanalysen und Informationen über Marktchancen und Branchentrends. Technical Insights ist ein Unternehmensbereich von Frost & Sullivan und liefert regelmäßig aktuelle Analysen zu bestehenden und neuen Technologien in technischen News-Alerts, Newslettern und Research-Services.

Über Frost & Sullivan
Frost & Sullivan ist der globale Partner für Unternehmen, wenn es um Wachstum, Innovation und Marktführung geht. Die Dienstleistungen Growth Partnership Services und Growth Consulting helfen dem Kunden, innovative Wachstumsstrategien zu entwickeln, eine auf Wachstum ausgerichtete Kultur zu etablieren und entsprechende Strategien umzusetzen. Seit 50 Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über einen enormen Bestand an Marktinformationen und unterhält mittlerweile 40 Niederlassungen auf sechs Kontinenten. Der Kundenstamm von Frost & Sullivan umfasst sowohl Global-1000-Unternehmen als auch aufstrebende Firmen und Kunden aus der Investmentbranche. Weitere Informationen zum Thema Growth Partnerships unter http://www.frost.com.

Titel der Studie: Geothermal Energy Generation: Technology Penetration and Roadmapping (D2A7)

Kontakt:
Katja Feick
Corporate Communications – Europe
Clemensstr. 9
D – 60487 Frankfurt
Tel.: +49 (0) 69 7703343
E-Mail: katja.feick@frost.com
http://www.frost.com
Twitter: twitter.com/frost_sullivan

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com
http://www.technicalinsights.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie