Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie wird präsentiert: Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

07.12.2011
Im Sommer 2011 wurde der Gesetzentwurf zur Inklusion in Bayern endgültig verabschiedet. Demnach entscheiden Eltern künftig, an welcher Schule ihr Kind unterrichtet werden soll - Experten erwarten daher, dass die Zahl integrativ beziehungsweise inklusiv beschulter Kinder steigen wird.

Vor diesem Hintergrund ist es dringend notwendig, verlässliche Daten zur Schülerschaft an Förderschulen zu erhalten. Nur so können Pädagogik und Didaktik auf diese Schüler abgestimmt werden, und auch für die Weiterentwicklung der Förderschulen ist eine gesicherte Bestandsaufnahme wichtig.

Mit der Studie „Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“ wurden nun erstmals aktuelle und repräsentative Daten über bayerische Schüler mit dem Förderschwerpunkt Entwicklung erhoben. Herausgeber der Studie sind Dr. Wolfgang Dworschak und Dr. Sybille Kannewischer vom Department Pädagogik und Rehabilitation der LMU sowie Dr. Christoph Ratz (Universität Würzburg, Institut für Sonderpädagogik) und Professor Michael Wagner (Universität Koblenz-Landau, Institut für Sonderpädagogik).

Der Abschlussbericht der Studie liegt jetzt vor und wird am Freitag, 9. Dezember, um 14.30 Uhr in der Fakultät für Psychologie und Pädagogik (Leopoldstr. 13, Raum 2U01) der Öffentlichkeit präsentiert.

Um Anmeldung zu der Veranstaltung wird gebeten unter kannewischer@lmu.de
Die Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (FsgE) sind die jüngste Schulart im deutschen Bildungssystem und haben sich seit den 1970er-Jahren intensiv entwickelt. In der Entstehungsphase dieser Schulart standen die Alltags- und Lebensbewältigung im Vordergrund. Heute werden gleichberechtigt auch die Vermittlung komplexer Bildungsinhalte und - angesichts der Diskussion um eine inklusive Schule - die Anschlussfähigkeit an den Unterricht der Regelschule diskutiert.

Daher ist es wichtig, fundierte Kenntnisse über die Zielgruppe dieser Bildungsbemühungen zu haben. Bisher existierten keine umfassenden Studien darüber, auf wen sich die Pädagogik einstellen muss: Welche Kinder besuchen eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, unter welchen Bedingungen leben sie, was und wie lernen sie, und mit welchem Verhalten muss gerechnet werden? Schulleiter, Schulverwaltung und Politik sind hier auf verlässliche Daten angewiesen - die Ergebnisse der neuen Querschnittstudie über die Schüler im FsgE in Bayern könnten diese nun liefern.

Da die Schülerschaft im FsgE extrem heterogen ist, sind vergleichende Bewertungen anhand bestimmter Normen in der Regel weder möglich noch hilfreich. Deshalb verschafften sich die Wissenschaftler mittels einer Lehrerbefragung einen Überblick. Die Untersuchung informiert sowohl über medizinische, soziobiografische und bildungsbiografische Aspekte als auch über unterrichtsrelevante Kompetenzen und Aspekte des Verhaltens und Erlebens. Generell zeigte sich: Der Anteil ausländischer Schüler und der Schüler mit Migrationshintergrund liegt im FsgE höher als an allgemeinbildenden Schulen.

Die individuellen Fähigkeiten der Schüler variieren naturgemäß stark, dabei kommt der Sprachförderung eine große Bedeutung zu. Etwa die Hälfte der Schüler zeigt Verhaltensprobleme, wobei der Anteil der Jungen in dieser Gruppe deutlich höher ist als der der Mädchen. Die jetzt vorliegenden Daten können Pädagogen wichtige Informationen für den gemeinsamen Unterricht an die Hand geben. (göd)

Weitere Informationen und Programm der Veranstaltung:
http://www.edu.lmu.de/gvp/aktuelles/sfge_vorstellung_09-12-2011/index.html

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie