Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie: Das Kind als Autokunde

17.05.2010
Sicher, bezahlt wird das neue Auto immer noch von Papa oder Mama, aber bei der Entscheidung über Marke, Modell und Ausstattung wird Kindern und Jugendlichen von den Eltern eine wachsende direkte und indirekte Mitsprache eingeräumt.

Das fand die Diplom-Kauffrau Julia Herwix bei einer Untersuchung am Kompetenzzentrum Frau und Auto der Hochschule Niederrhein heraus.

Eltern würden sich für diejenigen Autos entscheiden, in denen sich ihre Kinder wohl fühlen, so die junge Marktforscherin, die ihre Recherchen in ihrer Diplomarbeit zusammenfasste. Sie ist jetzt als Band 6 der Schriftenreihe des Kompetenzzentrums erschienen und liefert der Branche einen wertvollen Überblick über eine Käufergruppe mit Wachstumspotenzial.

Denn obgleich die Zahl der Elternpaare in Deutschland in den nächsten Jahren sinkt, steigt die Pkw-Nachfrage von Eltern an. Das sagt die Leiterin des Kompetenzzentrums, die Mönchengladbacher Professorin Dr. Doris Kortus-Schultes voraus. Einer der Gründe dafür sei die Forderung von Arbeitgebern nach möglichst uneingeschränkt mobilen Mitarbeiterinnen, ein anderer die veränderten Freizeitaktivitäten von Kindern. Sie wollen oder müssen nicht nur zu Kindergarten und Schule chauffiert werden, sondern auch zum Fußballplatz, zum Musikunterricht oder in die Ballettschule.

... mehr zu:
»Autokunde »Wachstumspotenzial

Beim Autohändler tritt die „Zielgruppe Eltern“ selten alleine auf, sondern wird in der Regel von einer zweiten Zielgruppe begleitet: der Zielgruppe Kind. Deren Einfluss variiert mit dem Alter, wobei Sicherheit in jedem Alter die absolut größte Bedeutung hat. Bei den ein- bis siebenjährigen Kindern kommen funktionale Kindersitze, der unkomplizierte Transport des Kinderwagens und ausreichend Platz für Pampers, Babysachen und Spielzeug dazu. Kinder zwischen 8 und 13 Jahren schauen nach Unterhaltungselektronik und eigenen USB- und Radio-Anschlüssen für gemeinsame Langstreckenfahrten, während Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren sich meistens persönlich und ganz handfest in die Kaufverhandlungen einschalten.

Das bestätigen auch die Autoverkäufer, die von Julia Herwix befragt wurden. Die Jugendlichen werden regelmäßig in das Beratungsgespräch einbezogen, ihnen werden Probefahrten und Fahrtrainings angeboten, da sie das Auto in der Regel später auch mit nutzen. Zwar dürfen sie bei der Innenausstattung und der Option einer Klimaanlage mitentscheiden, nicht jedoch bei der Motorleistung und technischen Details.

Für den Verkauf eines Pkw könne es nur förderlich sein, wenn man die Kinder für sich gewinne, sagen die Verkäufer. Ein indirekter Einfluss werde ausgeübt, wenn sich Kinder für ein Modell ganz besonders interessierten, den Innenraum erkundeten und dann später begeistert den Eltern davon erzählten. Kinder entschieden generell auch beim Auto stark nach visuellen Eindrücken, wobei die Farbe besondere Bedeutung habe. Auch ganz junge Kinder können hier bereits einen direkten Einfluss auf den Autokauf nehmen, berichtete ein Verkäufer. Ein Elternpaar ließ seinem Dreikäsehoch völlig freie Hand bei der Farbwahl der „Familienkutsche“. Resultat: Ein quietschgelbes Spaßmobil. Damit drehte sich der Spieß um: Nicht beim Vorfahren an der Schule, sondern beim Einparken vor der Firma droht hier „Peinlichkeitsalarm“.

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Berichte zu: Autokunde Wachstumspotenzial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie