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Neue interdisziplinäre Studie zur Entsorgung radioaktiver Abfälle: „Gorleben plus“

01.06.2011
Die interdisziplinäre Projektgruppe „Radioaktive Abfälle. Technische und normative Aspekte ihrer Entsorgung“ der Europäischen Akademie GmbH hat in einer Vorabveröffentlichung die Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ihrer Arbeit vorgestellt. Dabei steht die Frage, wie eine langfristig sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland erreicht werden kann, im Mittelpunkt.

Die siebenköpfige Projektgruppe, bestehend aus Vertretern der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Gesellschaftswissenschaften, der Jurisprudenz und der Ethik, hat unter dem Vorsitz des Strahlenbiologen Professor Dr. Dr. h. c. Christian Streffer in zweieinhalb Jahren eine englischsprachige Studie erarbeitet, die im Oktober in Berlin vorgestellt werden wird. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der öffentlichen und politischen Debatte um Atomstrom und Fragen der Entsorgung der daraus entstehenden radioaktiven Abfälle hat sich die Gruppe entschieden, einen Auszug aus der Studie mit ihren Schlussfolgerungen bereits jetzt auf Deutsch zu veröffentlichen.

Die zentrale Empfehlung der Studie ist das so genannte Konzept „Gorleben plus“: Um die Chancen für die Einrichtung eines geeigneten Endlagers in den nächsten Jahrzehnten zu erhöhen, spricht sich die Projektgruppe dafür aus, die Option „Gorleben“ im Rahmen eines konkreten Zeitplans weiterhin zu prüfen, gleichzeitig jedoch, für den Fall eines technischen oder politischen Scheiterns dieses Standorts, schrittweise Alternativoptionen zu entwickeln. Die Studie skizziert konkrete, in einem Zeitplan zusammengestellte Entsorgungsprogramme und stellt die technischen und sozialen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung dar. Die Empfehlungen betreffen auch die Ausgestaltung des institutionellen Rahmens für das weitere Vorgehen bei der Standortsuche und Errichtung eines Endlagers.

Außerdem werden Entscheidungsprozeduren beschrieben, die eine verbesserte Information über Gestaltung und Sicherheitskriterien eines Endlagers sowie eine angemessene Einbeziehung der Öffentlichkeit ermöglichen und die gleichzeitig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Entscheidungen auch vor künftigen Generationen verantwortet werden können.

Der englischsprachige Schlussbericht „Radioactive Waste. Technical and Normative Aspects of its Disposal“ wird am 10. Oktober 2011 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt werden.

Studie:
Christian Streffer, Carl Friedrich Gethmann, Georg Kamp, Wolfgang Kröger, Eckard Rehbinder, Ortwin Renn, Klaus-Jürgen Röhlig: Radioactive Waste. Technical and Normative Aspects of its Disposal, Berlin Heidelberg: Springer Verlag 2011
Autoren:
Professor em. Dr. rer. nat. Dr. med. h. c. Christian Streffer, Vorsitzender (Universität Duisburg-Essen, Institut für Wissenschaft und Ethik)
Professor Dr. phil. Dr. phil. h. c. Carl Friedrich Gethmann (Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH; Universität Duisburg Essen, Institut für Philosophie)
Professor Dr.-Ing. Wolfgang Kröger (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Institut für Energietechnik)
Professor em. Dr. jur. Eckard Rehbinder (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Fachbereich Rechtswissenschaft)
Professor Dr. rer. pol. Dr. sc. tech. h. c. Ortwin Renn (Universität Stuttgart, Institut für Sozialwissenschaften)
Professor Dr. rer. nat. Klaus-Jürgen Röhlig (Technische Universität Clausthal, Institut für Endlagerforschung)

Dr. phil. Georg Kamp, Projekt-Koordinator (Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH)

Buchpräsentation am 10. Oktober 2011:
Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin
Anmeldung und Information: Friederike Wütscher, Redaktion und Öffentlichkeitsarbeit, Europäische Akademie GmbH, friederike.wuetscher@ea-aw.de, +49 (0) 2641 973-311
Vorabveröffentlichung als pdf:
http://www.ea-aw.de/fileadmin/downloads/Projektgruppen/Radioaktive_Abfaelle_Auszuege.pdf

Friederike Wütscher | idw
Weitere Informationen:
http://www.ea-aw.de

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