Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Behandlungsmethoden gegen Angst

15.09.2010
Bremer Universität startet Studie zum Einsatz von Computertechnologie gegen soziale Angst. Betroffene können sich melden, um an der Studie teilzunehmen.

Ob in großen Menschenmengen, engen Räumen, wenn man im Mittelpunkt stehen muss oder einfach nur im sozialen Kontakt: in vielfältigen Situationen können Angstsymptome wie Herzrasen, Schwindel, Zittern, Atemnot bis hin zu ausgeprägten Panikattacken so stark werden, dass solche Situationen zur Belastung werden.

In sehr schlimmen Fällen kann die Problematik Ausmaße annehmen, die zu einer extremen Einschränkung der Lebensführung des Einzelnen und darüber hinaus zu Folgeerkrankungen wie Depressionen oder psychosomatischen Beschwerden führen.

Grundsätzlich kann den Betroffenen Mut gemacht werden: Eine Reihe von Behandlungsansätzen und vor allem die Kognitive Verhaltenstherapie bieten wirksame Hilfe für diese beeinträchtigenden Angsterkrankungen an. Derzeit läuft bereits eine Behandlungsstudie zur Panikstörung und Agoraphobie an der psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Bremen (http://www.paniknetz.de). Hier können sich Betroffene melden, die unter unerwarteten Panikattacken leiden und Ängste haben in Situationen, in denen eine Flucht schwierig oder Hilfe schwer zu erreichen wäre.

Computerbasierte Behandlungsmethode macht Hilfe leichter zugänglich

Zusätzlich wird in Kooperation mit dem Psychologischen Institut der Universität Münster eine neuartige Behandlungsmethode gegen soziale Ängste erprobt (http://www.angstinfo.org). Diese umfassen ein flaues Gefühl im Magen, wenn man im Mittelpunkt stehen muss, zitternde Hände auch schon bei einem kleinen Vortrag, weiche Knie, wenn man neue Menschen kennen lernt oder einfach Angst, wann immer andere einen kritisch bewerten könnten. Häufig meinen Betroffene, sie seien die Einzigen, die an solchen Bewertungsängsten leiden und suchen trotz der guten Behandlungsmöglichkeiten in vielen Fällen keine oder erst nach vielen Jahren professionelle Hilfe auf. Dies liegt auch daran, dass Wartezeiten für Psychotherapie häufig länger sind als es wünschenswert ist. Neue Behandlungsansätze setzen deshalb verstärkt Computertechnologie ein, um Hilfe leichter erreichbar zu machen, und konnten damit bereits in wenigen Wochen deutliche Verbesserungen der Symptomatik erzielen. Eine derartige computerbasierte Behandlungsmethode wird nun ebenfalls an der psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Bremen angeboten. Für diese von der Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie und der Universität Bremen für drei Jahre geförderte Studie werden Frauen und Männer zwischen 18 und 65 Jahren gesucht, die unter sozialen Ängsten leiden und zu Hause Zugang zum Internet haben. Interessenten erhalten die Möglichkeit, eine sorgfältige diagnostische Abklärung vornehmen zu lassen und bei Eignung kostenlos an der Studie teilzunehmen.

Weitere Auskünfte erhalten Interessierte unter der Rufnummer 0421-218 68677 (persönliche Sprechzeiten mittwochs von 10-12 Uhr und von 17-19 Uhr, außerhalb der Sprechzeiten Anrufbeantworter zum Hinterlassen der Kontaktdaten) oder per E-Mail an behandlungsstudie@angstinfo.org (hierbei bitte angeben: Interesse an Studienteilnahme in Bremen).

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften
Leiter der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Bremen
Thomas Lang
Tel. 0421 218 68660
E-Mail: tlang@uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise