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Nanopartikel zerstören Krebszellen bei Erstkontakt

07.01.2014
Tests mit "klebrigen Kügelchen" bei Blutproben und Mäusen erfolgreich

Krebszerstörende "klebrige Kügelchen" können Tumorzellen im Blut zerstören und damit die Ausbreitung von Krebs verhindern. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Studie der Cornell University. Das Team um Michael King hat Nanopartikel hergestellt, die in der Blutbahn bleiben und wandernde Krebszellen bei Kontakt abtöten. Die Hoffnungen sind groß, weitere Forschungen jedoch noch nötig.

Protein "Trail" als Schlüssel

Einer der wichtigsten Faktoren bei der Lebenserwartung nach einer Krebsdiagnose ist, ob der Tumor bereits Metastasen gebildet hat oder nicht. Laut King stehen rund 90 Prozent der Todesfälle mit Metastasen in Zusammenhang. Die Wissenschaftler versuchten daher, eine neue Lösung für dieses Problem zu finden.

In den Proceedings of the National Academy of Sciences http://pnas.org schildern sie, dass das krebszerstörende Protein mit der Bezeichnung "Trail" mit anderen klebrigen Proteinen zu kleinen Kügelchen oder Nanopartikeln verbunden werden konnte. Wurden diese klebrigen Objekte in das Blut injiziert, banden sie sich an weiße Blutkörperchen an.

Erste Erfolge nach zwei Stunden

Erste Tests haben gezeigt, dass die weißen Blutkörperchen irgendwann auf jede Tumorzelle trafen, die sich vom Haupttumor abgelöst und versucht hat, sich auszubreiten. Der Kontakt mit dem Protein Trail führte zum Absterben der Tumorzelle. Laut King war die Wirkung im menschlichen Blut und bei Mäusen deutlich. "Nach zwei Stunden haben sich die Tumorzellen in der Blutbahn buchstäblich aufgelöst", so King.

Der Wissenschaftler geht davon aus, dass die Nanopartikel vor einer Operation oder vor der Strahlentherapie eingesetzt werden könnten. Dabei besteht die Möglichkeit, dass sich Tumorzellen ablösen. Denkbar ist auch ein Einsatz bei Patienten mit besonders aggressiven Tumoren, um hier eine Ausbreitung zu verhindern.

Zahlreiche weitere Tests zur Sicherheit des Verfahrens sind jedoch bei Mäusen und größeren Tieren erforderlich, bevor klinische Studien mit Patienten durchgeführt werden können. Bis jetzt gibt es keine Hinweise auf eine Kettenreaktion in Bezug auf das Immunsystem. Es scheint auch zu keiner Schädigung anderer Blutkörperchen zu kommen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://cornell.edu

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