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Multizentrische Studie zum Zusammenhang zwischen Bulimie und ADHS

24.08.2009
RUB-Forscher suchen Probanden und Probandinnen mit Bulimie
Auch Gene werden untersucht

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Bulimia nervosa und Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)? Dieser Frage gehen Forscher in einer multizentrischen Studie nach, an der auch die Abteilung für Psychosomatische Medizin der LWL-Klinik Dortmund, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, beteiligt ist.

Im Zuge der Untersuchungen wollen sie auch unterschiedliche Aspekte der Hirnleistung wie Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistungen testen. Ferner wollen sie im Rahmen von molekulargenetischen Analysen den Einfluss verschiedener Gene auf bestimmte Subtypen der Essstörung untersuchen.

Für die Studie werden noch erwachsene Probanden gesucht, die an einer Bulimia nervosa leiden. Interessierte können sich unter Tel. 0231/4503-2613 bei Diplom-Psychologin Sarah Weber melden.

Erste systematische Erfassung

In früheren Studien haben Patientinnen mit Bulimia nervosa häufig von einem zeitgleichen ADHS berichtet. Darüber hinaus weisen wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass sie eine Neigung zu Impulsivität besitzen, was sich sowohl durch Selbstbeurteilungsbögen als auch neuropsychologische Tests nachweisen ließ. "Eine systematische Erfassung der Gleichzeitigkeit beider Störungsbilder anhand von standardisierten Diagnostikinstrumenten und neuropsychologischen Tests liegt bislang nicht vor", sagt Sarah Weber. In der aktuellen Studie sollen daher in mehreren deutschen Zentren Kinder, Jugendliche und Erwachsene daraufhin untersucht werden. Mit verschiedenen klinischen Interviews und Fragebögen wollen die Forscher das Vorliegen beider Störungsbilder sowie möglicher weiterer Diagnosen überprüfen, und anhand einer ausführlichen neuropsychologischen Untersuchung unterschiedliche Aspekte der Aufmerksamkeit und Hirnleistung testen. Ferner wollen sie den Einfluss von Kanditatengenen auf Subtypen der Essstörung untersuchen.

Probanden gesucht

Für die Untersuchung in der LWL-Klinik Dortmund unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Herpertz und Dr. Tanja Legenbauer werden noch erwachsene Probanden und Probandinnen gesucht, die an einer Bulimie leiden. Die Untersuchung umfasst eine klinische Diagnostik sowie eine Blutentnahme. Sollten sich bei den untersuchten Personen Hinweise auf eine ADHS ergeben, kann dies in der Therapie der Bulimie zukünftig berücksichtigt werden. Die Studienteilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro.

Beteiligte Studienzentren

Beteiligte Studienzentren sind die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Universitätsklinikum der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen, die Medizinisch Psychosomatische Klinik Roseneck im Verbund mit der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, das LVR-Klinikum Essen, Kliniken und Institut der Universität Duisburg-Essen sowie die Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LWL-Klinik Dortmund, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum.

Weitere Informationen

Dipl.-Psych. Sarah Weber, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LWL-Klink Dortmund, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Marsbruchstraße 179, 44287 Dortmund, Tel.: 0231/4503-2613, Mobil: 01578/455-1508, E-Mail: sarah.weber@ruhr-uni-bochum.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

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