Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Mrd. Frösche landen jährlich auf den Tellern

23.01.2009
Amphibien-Handel als unterschätzter Faktor für Artensterben

Bis zu eine Milliarde Frösche werden jedes Jahr für den menschlichen Verzehr in freier Wildbahn gefangen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der University of Adelaide nach der Analyse der Handelsdaten der Vereinten Nationen.

Das Team um Corey Bradshaw räumt jedoch ein, dass diese Zahlen einen hohen Unsicherheitsfaktor in sich tragen. Frankreich und die USA sind die größten Importeure. Sehr viele Frösche werden auch in mehreren ostasiatischen Ländern gegessen. Rund ein Drittel aller Amphibien gelten laut BBC als bedrohte Arten.

Der Verlust des Lebensraumes gilt dabei als wichtigster Faktor. Für einige Arten gelten jedoch auch die Jagd sowie Klimaveränderung, Umweltverschmutzung und Krankheiten als wichtige Ursachen. Besondere Bedeutung hat dabei die Pilzerkrankung Chytridiomykose, die bereits einige Arten aussterben ließ. Die aktuelle in der nächsten Ausgabe von Conservation Biology veröffentlichte Studie geht davon aus, das der weltweite Handel mit Fröschen ein weiterer wichtiger Faktor ist, der bisher unterschätzt worden ist.

"Froschschenkel gibt es auf der Speisekarte von Schulkantinen in Europa, Marktständen und Esstischen in Asien bis hin zu Luxusrestaurants auf der ganzen Welt", betonte Bradshaw. Amphibien werden in manchen Ländern für die Speisekarte gezüchtet. Diese Tiere sind in der neuen Analyse nicht enthalten. Indonesien zeigte sich als der größte Exporteur - rund 5.000 Tonnen pro Jahr - und auch als großer Verbraucher. Damit besteht Anlass zur Befürchtung, dass auch dort die Frösche durch die Jagd so sehr dezimiert werden wie bereits in Frankreich und Amerika, wo Arten wie der kalifornische Rotbeinfrosch bereits so gut wie ausgestorben sind.

Die Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass der Handel mit Amphibien die Situation der internationalen Fischerei widerspiegelt. Die Nutzung scheint in beiden Fällen dem gleichen Muster zu folgen. Anfängliche Zusammenbrüche in Europa und Nordamerika, gefolgt von Rückgängen in Indien und Bangladesch, und jetzt möglicherweise in Indonesien, so Bradshaw. Für den Wissenschaftler ist das Fehlen von entscheidenden Daten zum Leben der Tiere ein wirklich großes Problem.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.adelaide.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics