Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Motorsensen sind schlimmer als der Autobahnverkehr

31.05.2013
Wer Unterhaltsarbeiten an der Autobahn durchführt, ist vielen verschiedenen schädlichen Emissionen ausgesetzt.

Dabei stammt die höchste Feinstaublast nicht vom Verkehr, sondern von kleinmotorisierten Arbeitsgeräten wie etwa Motorsensen oder Motorsägen. Zu diesem Schluss gelangt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie.

Zwischen Mai 2010 und Februar 2012 haben Forschende um Michael Riediker vom Institut für Arbeit und Gesundheit in Lausanne 18 Arbeiter an 50 Einsatztagen beim Schneeräumen, Ausbessern der Leitplanken, Kanalreinigen, Holzen oder Mähen der Pflanzen im Mittelstreifen der Autobahn begleitet. Sie haben gemessen, wie stark die Arbeiter während den verschiedenen Tätigkeiten Luftschadstoffen, Feinstaub und Lärm ausgesetzt sind. Die Resultate (*): Im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung sind Unterhaltsarbeiter drei- bis achtfach stärker mit Feinstaub belastet. Die Lärmexposition übersteigt oft die für Gehörschäden kritische Grenze von 85 Dezibel.

«Dreckschleudern»
Erstaunlicherweise ist nicht der Autobahnverkehr die Hauptquelle von Schadstoffen und Lärm. Für über die Hälfte der Feinstaublast sind Arbeiten mit Motorsensen und Motorsägen verantwortlich. «Die kleinen Verbrennungsmotoren auf dem Rücken arbeiten mit Benzin, das mit Ölzusätzen vermischt ist. Das macht sie zu Dreckschleudern», sagt Reto Meier, Erstautor der Studie. Um die Feinstaubexposition zu verringern, sei deshalb zuerst bei den Arbeitsgeräten anzusetzen. Dies stelle insbesondere für die Gerätehersteller eine Herausforderung dar, doch liege es auch in der Verantwortung der Arbeitgeber, den Schadstoffausstoss der Geräte zu evaluieren und diesen bei Neuanschaffungen zu berücksichtigen.

Gehörschutz konsequent einsetzen
Dem grössten Lärm sind die Unterhaltsarbeiter ausgesetzt, wenn sie den Presslufthammer zur Hand nehmen. Hohe Lärmemissionen von durchschnittlich über 90 Dezibel sind jedoch auch mit dem Gebrauch von Motorsensen oder Motorsägen und mit Unterhaltsarbeiten in Autobahntunnels verbunden. Aufgefallen ist den Forschenden dabei, dass die Arbeiter den Gehörschutz verwendeten, wenn sie den Lärm selbst verursachten, ihn aber oft nicht benutzten, wenn der Lärm von der Autobahn oder von ihren Kollegen herrührte. «Um möglichen Gehörschäden vorzubeugen, sollte der Gehörschutz möglichst konsequent eingesetzt werden», sagt Meier.

(*) Reto Meier R.1, Wayne E. Cascio, Brigitta Danuser, Michael Riediker (2013). Exposure of highway maintenance workers to fine particulate matter and noise. Annals of Occupational Hygiene online: doi:10.1093/annhyg/met018
(Manuskript beim SNF erhältlich; E-Mail: com@snf.ch)

Kontakt
Reto Meier
Institut für Arbeit und Gesundheit
Route de la Corniche 2
CH-1066 Epalinges
Tel.: +41 21 314 74 36
E-Mail: reto.meier@hospvd.ch

Abteilung Kommunikation | idw
Weitere Informationen:
http://www.snf.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen