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Mögliche MS-Auslöser: Virus und Sonnenmangel

26.04.2011
Forscher erklären unterschiedliche Verteilung der Krankheit

Wesentliche Faktoren, die zur Entstehung der Autoimmun-Erkrankung Multiple Sklerose (MS) beitragen dürften, sind fehlendes Sonnenlicht und das Epstein-Barr-Virus.

Das berichten englische Forscher in der Fachzeitschrift "Neurology". "Die Krankheit wurde schon bisher mit den beiden Umweltfaktoren in Verbindung gebracht. Wir wollten überprüfen, ob man anhand von ihnen die unterschiedliche Verbreitung der Erkrankung in England erklären kann", erklärt Studienleiter George C. Ebers von der Universität Oxford.

Ungewöhnliche Reaktion

Die Wissenschaftler analysierten alle Spitalseinweisungen Englands aus sieben Jahren, wobei 56.681 Fälle von Multipler Sklerosis und 14.621 des vom Epstein-Barr-Virus ausgelösten Pfeiffer-Drüsenfieber aufschienen. Zudem berücksichtigten sie NASA-Daten zur ultravioletten Intensität der Sonne über England. Das Ergebnis war eine Übereinstimmung der MS-Verteilung mit dem Sonnenlicht von 61 Prozent, die sich bei zusätzlicher Berücksichtigung des Epstein-Barr-Virus noch auf 72 Prozent erhöhte. "Vielleicht führt Vitamin D-Mangel zu einer ungewöhnlichen Reaktion auf das Virus", vermutet Ebers.

Sind die genauen Entstehungsmechanismen der MS auch noch unbekannt, hält die Medizin ein Zusammenwirken mehrere Faktoren für wahrscheinlich. "Am wichtigsten ist wohl eine genetische Disposition für Autoimmun-Erkrankungen allgemein. Weiters dürften auch der Kontakt mit anderen Krankheiten eine Rolle spielen, wie etwa das Epstein-Barr-Virus und andere Herpesviren, sowie Umwelteinflüsse wie das Rauchen", erklärt der Grazer Neurologe Franz Fazekas vom Vorstand der MS-Forschungsgesellschaft http://forschung.msges.at, im pressetext-Interview.

Sonne ist der beste Schutz

Das "Sonnenvitamin" D schützt vor der Krankheit, indem es das Immunsystem des Körpers stärkt. "Beachtete man früher die Rolle von Vitamin D bei der Osteoporose, so wird nun zunehmend auch seine Bedeutung als Entzündungshemmer sowie in der immunologischen Reifung und Differenzierung bewusst", so Fazekas. Manche Mediziner bezeichnen das Vitamin sogar als Schutz vor Krebs (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/110324022/ ).

Multiple Sklerose ist in sonnenarmen Ländern wie etwa Grönland, Kanada und Skandinavien weitaus häufiger als in Ländern in Äquatornähe. "Ob Vitamin D-Verabreichungen die MS-Entstehung reduziert, ist jedoch kaum erforschbar. Einerseits enthalten die gängigen Präparate sehr unterschiedlichen Dosen, andererseits ist MS extrem selten. Die Krankheit kommt nur bei etwa einem von tausend Menschen vor", betont der Grazer Mediziner.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ox.ac.uk

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