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Mittelmeerfieber: Deutsch-türkische Vergleichsstudie am Klinikum der RUB

05.06.2012
Eine gemeinsame Studie des Universitätsklinikums Marienhospital Herne (Klinikum der RUB), türkischsprachiger Hausärzte und der Hacettepe-Universität Ankara soll wichtige Erkenntnisse über den Einfluss von Umgebung und Lebensumständen auf das Familiäre Mittelmeerfieber (FMF) bringen.
Ziel ist, die Behandlung von Patienten, die an dieser genetischen, Entzündungskrisen auslösenden Erkrankung leiden, weiter zu optimieren.

Nicht ansteckend und behandelbar

Das Familiäre Mittelmeerfieber entsteht durch einen Gendefekt und ist nicht ansteckend. Im Gegensatz zu gesunden Menschen kommt es bei Betroffenen auch ohne Infektion zu Entzündungen. Die Patienten leiden unter immer wieder auftretenden Entzündungsschüben. Durch die daraus resultierende Amyloidose (Ablagerung von Entzündungsstoffen) können alle Organe des Körpers geschädigt werden. Die Krankheit tritt in Deutschland selten auf, sie betrifft fast ausschließlich Menschen aus dem Mittelmeerraum. Die Langzeitbehandlung bei FMF erfolgt mit Colchicin-Tabletten. Diese vermindern die Häufigkeit und Stärke der Krisen. Die Diagnose wird auf Grund eingehender Anamnese und ärztlicher Untersuchung gestellt.

Wenig Wissen über FMF in Deutschland

Über Patienten mit FMF in Deutschland ist wenig bekannt. Eine Vergleichsuntersuchung zwischen Kindern in Deutschland und der Türkei hat jedoch Hinweise darauf gegeben, dass die Krankheit bei türkischstämmigen Kindern, die den Großteil ihres Lebens in der Bundesrepublik verbringen, milder verläuft als bei Kindern in der Türkei. Die Vergleichsuntersuchungen der deutschen und türkischen Forscher sollen zeigen, ob die Einflüsse durch Umgebung und Lebensumstände auch für Erwachsene von Bedeutung sind. Teilnehmer der Studie erwartet neben einem ausführlichen Gespräch eine ärztliche Untersuchung inklusive Ultraschall des Bauchraums, EKG und Blutabnahme.

Erasmus-Programm für Studierende

Im Zuge ihrer wissenschaftlichen Kooperation haben die RUB und die Hacettepe-Universität Ankara auch ein Erasmus-Austauschprogramm aufgelegt. Es ermöglicht Studierenden der Medizin in fortgeschrittenen Semestern, für eine Dauer von 2 bis 20 Monaten an der Partneruniversität zu studieren. Dazu gibt es in der aktuellen Ausgabe von RUBENS ein ausführliches Interview mit Studentin Berrin Serbetci:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubens/rubens161/3.html

Weitere Informationen

Dr. med. Arnd Giese, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Notfallmedizin, Universitätsklinikum Marienhospital Herne, 02323/4991551, arnd.giese@rub.de

Angeklickt

Universitätsklinikum Marienhospital Herne
http://www.marienhospital-herne.de

Redaktion: Daniel Duhr

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.marienhospital-herne.de
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubens/rubens161/3.html

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