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Mittel gegen Alzheimer und Parkinson in Arbeit

07.05.2012
Neuer Ansatz verhindert schnelles Absterben von Gehirnzellen

Die verlockende Aussicht, eine Reihe von Gehirnerkrankungen wie Alzheimer und Parkinson mit einem Medikament zu behandeln, haben Wissenschaftler der University of Leicester in Aussicht gestellt.

In der in Nature http://nature.com veröffentlichten Studie verhinderten sie, dass bei Mäusen mit einer Prionen-Erkrankung Gehirnzellen absterben. Die große Hoffnung ist, dass das gleiche Verfahren auch bei anderen Krankheiten zum Einsatz kommen kann. Das Projekt steht zwar noch am Anfang, wurde jedoch von Experten gelobt.

Proteinen-Forschung wichtig

Bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen kommt es zu einer Ansammlung von Proteinen, die nicht richtig miteinander verbunden sind, sogenannten falsch gefaltenen Proteinen. Das gilt für Alzheimer, Parkinson, die Huntington-Krankheit und auch für Prionen-Erkrankungen. Sie treten beim Menschen als Rinderwahnsinn auf. Die Wissenschaftler erkannten jetzt, wie die Ansammlung von Proteinen bei Mäusen mit Prionen-Erkrankungen zu einem Absterben der Gehirnzellen führt.

Nimmt die Menge an falsch gefalteten Proteinen zu, reagieren die Zellen darauf, indem sie die Produktion von neuen Proteinen stoppen. Das gleiche passiert, wenn Zellen mit einem Virus infiziert werden. Das Stoppen der Proteinproduktion verhindert eine weitere Ausbreitung. Wird diese Produktion jedoch zu lange eingestellt, sterben die Gehirnzellen ab, da sie nicht mehr über genug Proteine für ihre normale Funktion verfügen.

Abschalten von Zellen folgenreich

Im Labor des Medical Research Council http://www.mrc.ac.uk in Leicester versuchten die Wissenschaftler den Schalter zu manipulieren, der die Proteinproduktion stoppte. Verhinderten sie das Abschalten der Zellen, verhinderten sie auch das Absterben der Gehirnzellen. Die behandelten Mäuse lebten deutlich länger. Forscher Giovanna Mallucci ist davon überzeugt, dass die Innovation des Ansatzes darin besteht, dass nur auf die Proteinproduktion abgezielt wird. "Die Prionproteine werden dabei nicht berücksichtigt."

Einem Bericht der BBC nach gehen die Experten von der derzeit noch nicht überprüften Idee aus, dass ein Verhindern der Stilllegung der Zellen das Gehirn bei Prionen-Erkrankungen schützt, dann auch für alle Krankheiten gelten könnte, bei denen fehlgefaltete Proteine eine Rolle spielen. Dieser Forschungsansatz stehe jedoch erst am Anfang und müsse daher noch gründlich überprüft werden.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.le.ac.uk

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