Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mitochondrien-DNA lässt Frauen länger leben

03.08.2012
Fruchtfliegen als Beweis - Erbgut-Mutationen schädigen nur Männer

Wissenschaftler der Monash University und der Lancaster University glauben herausgefunden zu haben, warum Frauen eher länger leben als Männer. Diese Erkenntnisse basieren auf dem Studium von Fruchtfliegen. Die Forscher konzentrierten sich laut Current Biology auf Mutationen der Mitochondrien-DNA, die in den Zellen zur Energiegewinnung dient.


Frau: Lebenserwartung fällt viel höher aus (Foto: pixelio.de, Manfred Kremers)

Tierische Zellen untersucht

Die mitochondriale DNA wird von den Müttern an die Kinder weitergegeben, nie von den Vätern. Es gibt zudem viele Faktoren, die erklären, warum die Lebenserwartung von Männern und Frauen unterschiedlich ist. Mit 85 Jahren kommen in Großbritannien sechs Frauen auf vier Männer. Im Alter von 100 Jahren ist das Verhältnis zwei zu eins. Weibliche Tiere leben auch bei vielen anderen Arten länger als männliche.

Für die aktuelle Studie analysierten die Wissenschaftler die Mitochondrien von 13 verschiedenen Gruppen von männlichen und weiblichen Fruchtfliegen. Mitochondrien kommen in fast allen tierischen Zellen vor. Sie spielen bei der Umwandlung von Nahrung in Energie eine entscheidende Rolle.

Laut Studienautor Damian Dowling von der Monash University weisen die Forschungsergebnisse auf eine Reihe von Mutationen in der Mitochondrien-DNA hin, die beeinflussen, wie lange Männchen leben und in welcher Geschwindigkeit sie altern. "Die gleichen Mutationen haben jedoch auf weibliche Tiere keine Auswirkungen. Da Tiere weiblichen Geschlechts bei vielen Arten länger leben als die Männchen."

Mutation bei natürlicher Auslese übersehen

Es gibt laut den Wissenschaftlern keine evolutionäre Erklärung für die Defekte, die nur männliche Tiere betreffen, vor allem nicht, da die mitochondriale DNA nur von den Müttern weitergegeben wird. "Gibt es eine Mutation der Mitochondrien, die nur Väter schädigt und keine Auswirkungen auf die Mütter hat, wird sie bei der natürlichen Auslese einfach nicht wahrgenommen." Tausende Generationen lang haben sich so derartige Mutationen ausgebildet, die nur männliche Tiere schädigen.

Tom Kirkwood von der Newcastle University http://ncl.ac.uk findet diese Forschungsergebnisse faszinierend. Der Experte gibt jedoch auch zu bedenken, dass die Entdeckung nicht allein erklären kann, warum Frauen fünf bis sechs Jahre länger leben als Männer. "Wir wissen heute, dass auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Der Lebensstil, soziale Faktoren und Lebensgewohnheiten. Der größte Unterschied in der Biologie von Frauen und Männern sind jedoch die Hormone", so Kirkwood.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.monash.edu.au
http://www.cell.com/current-biology

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Impfstoffe zuverlässig inaktivieren mit Elektronenstrahlen

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Darmkrebs: Wenn die Wachstumsbremse fehlt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Riesensalamander, Geckos und Olme – Verschwundene Artenvielfalt in Sibirien

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie