Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschliche Nasen für die Vogelgrippe zu kalt

15.05.2009
Weitere Mutationen für ernste Bedrohung erforderlich

Die Vogelgrippe dürfte nicht zu der befürchteten Bedrohung für den Menschen geworden sein, da unsere Nasen für das Gedeihen des Virus zu kalt sind.

Tests, die das Milieu in der Nase im Labor nachstellten, ergaben, dass das Virus bei 32 Grad Celsius seine Funktion verliert und sich nicht ausbreiten kann. Es ist laut Wissenschaftlern des Imperial College London wahrscheinlich, dass sich die Viren an die mit 40 Grad deutlich wärmere Umgebung im Darm der Vögel angepasst haben.

Eine Mutation könnte daher erforderlich sein, bevor das Virus ein Problem für den Menschen werden kann. Die in PLoS Pathogens veröffentlichte Studie ergab auch, dass menschliche Viren von den geringeren Temperaturen in der menschlichen Nase auch beeinflusst werden, jedoch in einem viel geringeren Ausmaß. Menschliche Viren sind trotz dieser Einschränkungen weiter in der Lage sich zu vermehren und auszubreiten.

Beide Virenarten gediehen bei 37 Grad gut. Diese Temperatur entspricht in etwa jener der normalen Körpertemperatur und entspricht auch jener in den Lungen. Das Team um Wendy Barclay schuf auch ein mutiertes menschliches Grippevirus, indem ein Protein von der Oberfläche eines Vogelgrippe-Virus hinzugefügt wurde. Dieses Virus, ein Beispiel dafür wie sich ein neuer Stamm entwickeln und eine neue Pandemie auslösen könnte, war bei 32 Grad ebenfalls nicht entwicklungsfähig.

Barclay erklärte, dass damit geklärt sei, dass ein neuer Stamm menschlicher Grippe, der durch die Vermischung mit einem Vogelgrippe-Virus entsteht, immer noch weitere Mutationen durchlaufen müsste, bevor er dem Menschen wirklich gefährlich werden kann. Die aktuelle Studie gebe entscheidende Hinweise darauf, welche Veränderungen für eine Mutation und eine Infektion von Menschen notwendig wären. Damit könnten unter Umständen jene Viren identifiziert werden, die möglicherweise zu einer Pandemie führen.

Weitere Studien seien erforderlich, um Viren zu identifizieren, die jene entscheidenden genetischen Veränderungen zu durchlaufen beginnen. Tierviren, die bei niedrigen Temperaturen gut gedeihen, könnten eher die Ursache einer Pandemie werden. Die Schweinegrippe könnte jedoch ein Beispiel für einen Virus sein, der gelernt hat mit den niedrigeren Temperaturen in der Nase zurecht zu kommen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www3.imperial.ac.uk
http://www.plospathogens.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Scientists re-create brain neurons to study obesity and personalize treatment

20.04.2018 | Health and Medicine

Spider silk key to new bone-fixing composite

20.04.2018 | Materials Sciences

Clear as mud: Desiccation cracks help reveal the shape of water on Mars

20.04.2018 | Earth Sciences

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics