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Mens sana in corpore sano?

12.02.2010
Studie am Tübinger Uniklinikum deckt neuen Wirkmechanismus von Sport bei Depressiven auf

Ärzte und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Tübingen konnten in einem - von der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderten - Projekt nachweisen, dass Ausdauerbelastung eine Ausschüttung von zuvor vermindertem Nervenwachstumfaktor bei wiederkehrenden Depressionen bewirkt.

Die Studie zeigt somit einen antidepressiven Wirkmechanismus von Ausdauersport auf. Sie wurde kürzlich im International Journal of Neuropsychopharmacology, 1 - 8, 2010 publiziert.

Mens sana in corpore sano - das berühmte Sprichwort zum gesunden Geist im gesunden Körper ist schon über 2000 Jahre alt und immer noch aktuell. Neuere Forschungen haben gezeigt, dass Ausdauersport bei wiederkehrenden Depressionen hilfreich sein kann. Viele Sportler beschreiben eine Stimmungsaufhellung und Stimmungsstabilisierung durch regelmäßigen Ausdauersport wie Radfahren, Walken oder Schwimmen.

In einem gemeinschaftlichen Projekt unter Förderung der Landesstiftung Baden-Württemberg konnten Ärzte und Wissenschaftler der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, des Geriatrischen Zentrums am Klinikum, der Radiologischen Universitätsklinik und der Medizinischen Universitätsklinik jetzt einen Baustein im Verständnis des bereits seit vielen Jahren beschriebenen antidepressiven Effekts der Ausdauerbelastung nachweisen.

Dazu unterzogen sich in der Studie ältere Menschen mit wiederkehrenden Depressionen einer Ausdauerbelastung über 30 Minuten mit einem Fahrradergometer. Vor und nach der Belastung wurde die Konzentration der Nervenwachstumsfaktors BDNF (brain-derived neurotrophic factor) im Blut gemessen. Im Vergleich zu gesunden, niemals depressiven älteren Frauen war der BDNF-Spiegel vor der Ausdauerbelastung erniedrigt. Bei den depressiven Studienteilnehmern normalisierte sich durch die Ausdauerbelastung der Spiegel des Nervenwachstumsfaktors, der für die Depressionsentstehung eine zentrale Rolle spielt. Damit konnte erstmalig gezeigt werden, dass Ausdauerbelastung bei depressiven Frauen die Konzentration des Nervenwachstumsfaktors normalisiert und dies eine Ursache der stabilisierenden und stimmungsaufhellenden Wirksamkeit des Ausdauersports bei Menschen mit Depressionen sein kann.

Weitere Studien, insbesondere mit Menschen mit beginnenden Gedächtnisstörungen im Alter sind geplant.

Titel der Originalpublikation:

The International Journal of Neuropsychopharmacology Cambridge University Press
Copyright © CINP 2010
doi:10.1017/S1461145709991234
Exercise-induced normalization of decreased BDNF serum concentration in elderly women with remitted major depression

Christoph Laske 1, Sabine Banschbach 1, Elke Stransky 1, Sabine Bosch 1, Guido Straten 1, 2, Jürgen Machann 3, Andreas Fritsche 4, Arno Hipp 5, Andreas Niess 5 and Gerhard W. Eschweiler 1, 2

1 Department of Psychiatry and Psychotherapy, University of Tübingen, Germany
2 Geriatric Center, University of Tübingen, Germany
3 Section on Experimental Radiology, University of Tübingen, Germany
4 Department of Endocrinology, Metabolism and Pathobiochemistry, University of Tübingen, Germany

5 Department of Sports Medicine, University of Tübingen, Germany

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Prof. Dr. med. Christoph Laske, christoph.laske@med.uni-tuebingen.de
Prof. Dr. med. Gerhard W. Eschweiler, gerhard.eschweiler@med.uni-tuebingen.de
Osianderstr. 24, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 75 17 oder 29-8 52 22 oder 29-8 23 11

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://journals.cambridge.org/action/displayJournal?jid=PNP
http://www.uni-tuebingen.de

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